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Christen leben aus der Taufe, dem Zeichen ihrer Erwählung

von Wieland Schäfer (Eschenburg-Eibelshausen)

Predigtdatum : 03.07.2016
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : 5. Sonntag nach Trinitatis
Textstelle : Römer 6,3-8.(9-11)
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Wochenspruch:

"Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte die nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" (Jesaja 43, 1)



Psalm: 139, 1 - 16. 23 - 24



Lesungen

Altes Testament: Jesaja 43, 1 - 7



Epistel: Römer 6, 3 - 8 (9 - 11)



Evangelium: Matthäus 28, 16 - 20



Liedvorschläge

Eingangslied: EG 441, 1 – 5 Du höchstes Licht, du ewger Schein

Wochenlied: EG 200, 1.2.4 Ich bin getauft auf deinen Namen

Predigtlied: EG 210, 1 – 5 Du hast mich, Herr, zu dir gerufen

Schlusslied: EG 320, 1 – 5 Nun lasst uns Gott, dem Herren



Predigttext Römer 6, 3 - 8 (9 - 11)

„Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, und wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.“



Der Sonntag

Christen leben aus der Taufe, dem Zeichen der Erwählung. So findet man den Sonntag liturgisch überschrieben. Es geht in Texten und Liedern des 6. Sonntags nach Trinitatis um das Erinnern an die Taufe und das Leben aus der Taufe. Gerne wird der 6. Sonntag nach Trinitatis auch als Taufsonntag ausgewählt. Das Schuljahr nähert sich in Hessen dem Ende und in Frankreich findet bis zum 10. Juli die Fuß-balleuropameisterschaft statt.



Die Zuhörer

Familien mit Kindern erleben die Zeit vor den großen Ferien bisweilen wie die Zeit im Advent. Wenn die Kinder in Chören aktiv sind, finden noch einmal Abschlusskonzerte statt. Das Schuljahr ist in 2 Wochen zu Ende. Entspannung breitet sich bei Eltern und Schülern aus. Aber auch Anspannung. Was noch alles vor dem Urlaub erledigt werden soll erzeugt für manch einen Druck. Zu wünschen wäre es, dass der eine oder die andere den Sonntag nutzt, um seiner Woche eine bewusste Gliederung zu geben.



Der Text

Im 5. Kapitel des Römerbriefes endet Paulus mit der Adam-Christus-Typologie seine grundlegenden Darlegungen dazu, dass die Gerechtigkeit aus dem Glauben kommt. „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Römer 5, 1) und im weiteren Abschnitt äußert er ganz grundsätzlich: „Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.“ (Römer 5, 18)



Ab Kapitel 6 setzt sich Paulus damit auseinander wie sich dieses neue Sein in Christus im Leben eines Christen aus-wirkt. Ganz konkret setzt er sich in unserem Predigtabschnitt mit dem Vorwurf auseinander, dass ein Leben aus der Gnade ohne Gesetz zu einem sündigen Leben führe. Dem hält Paulus entgegen, dass in der Taufe der Täufling mit Christus gekreuzigt wurde. Er wird durch den Sühnetod Jesu von seiner alten Existenz befreit. Wir sind durch Christus der Sünde abgestorben. Wenn wir der Sünde abgestorben sind, werden wir doch nicht mehr in ihr leben. Zugleich erhalten die Täuflinge mit dem Herausgezogen werden aus den Taufwassern Anteil an der Auferstehungshoffnung, die sich in der Auferstehung Jesu gründet. Mit dieser Teilhabe an Jesu Tod und Auferstehung erwächst den Glaubenden die Verpflichtung auch so zu leben, wie es der Herrschaft unter der Gnade entspricht.



In der Predigt gehe ich von der Situation der Kindertaufe aus, bringe die Irritation mancher Taufeltern angesichts dieses Textes zur Sprache und setze ihn dann homiletisch um durch den Schlüsselgedanken: Leben aus der Taufe, der sich in dreierlei Richtung entfaltet: Leben aus der Zusage Gottes, den alten Adam ersäufen und mit der Erinnerung an den eigenen Taufspruch den Anschluss an die Eingangssitu-ation der Predigt sucht.



Predigt

(Die Überschriften dienen der Gliederung und werden nicht vorgelesen)





Liebe Gemeinde,

1. Der Täufling im Sonntagsgottesdienst

vor mir sehe ich Eltern, fein gekleidet und noch feiner ge-kleidet, wenn es denn geht, das Kind in ihren Armen. Hinter Ihnen liegt die Schwangerschaft. Hinter ihnen liegt eine Zeit des Hoffens und Bangens aber auch der gespannten freudi-gen Erwartung. Und wie unfassbar ist dann der Moment, dieses kleine neue Leben, diesen neuen Erdenbürger in den Armen halten zu können. Wie groß ist das Glück! Wie groß die Dankbarkeit! Wir groß aber auch die Fürsorge!



Dass die Geburt eines Menschen, dass das Betrachten eines Säuglings etwas besonderes in sich birgt, das spürte auch Martin Luther. Und so konnte er formulieren: „Wo du ein Kind siehst, da siehst du Gott auf frischer Tat.“ Tatsächlich – alle Kenntnis der biologisch-naturwissenschaftlichen Zu-sammenhänge scheinen doch nicht auszureichen, um das Wunder neuen Lebens angemessen zu beschreiben. Und so wird für Martin Luther diese Lebenssituation wie ein Fenster. Wie ein Fenster, das sich im Leben eines Menschen zu Gott hin öffnet. Und tatsächlich spüre ich im Gespräch mit Tauf-eltern, wie sie angesichts, der Geburt und des In-Armen-Haltens-neuen-Lebens wieder ganz neu sensibel werden für Fragen des Glaubens und des Lebens.



Die von Eltern ausgewählten Taufsprüche lassen auf ihre Wünsche, Erwartungen und Deutungen von Taufe schließen.

Da erlebe ich den dankbaren Glanz in den Augen der Eltern. Sie können nur Staunen über dieses Kind. Wieder und wieder schauen sie in die Wiege. Der kontrollierende Blick wird bestätigt. Alles dran! Kaum zu fassen, solche kleinen Finger. Eltern können an der Wiege des Kindes verweilen und diese Momente des Staunens in sich aufsagen. Dankbar formulie-ren sie als Taufspruch: „Ich danke dir dafür, dass ich wun-derbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das er-kennt meine Seele.“ (Psalm 139, 14)



Angesichts der Zerbrechlichkeit des Lebens möchten Eltern ihr Kind beschützt und bewahrt wissen. Es wäre gut, wenn da einer wäre außer und neben uns, der mit auf das Kleine aufpassen könnte. Die Wahl ihres Taufspruches fällt auf ei-nen Vers aus Psalm 91: „Denn er hat seinen Engeln befoh-len, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ (Psalm 91, 11) Und es müssen ja nicht immer Männer mit Flügeln sein, die Engel.



Und dann sehe ich wieder Eltern vor mir. Sie wollen ihrem Kind einen Wunsch, ein Lebensmotto anlässlich der Taufe mit auf den Lebensweg geben. Eine Fülle von Bibelworten tut sich auf. Sie entscheiden sich für einen Vers aus dem ersten Johannesbrief: Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. (1. Joh 3, 18) Liebe soll wahrhaftig sein – so lautet der Wunsch der Eltern an ihr Kind. Die Liebe, die dir widerfährt, mit der Menschen dir begegnen, aber auch die Liebe, mit der du dich anderen Menschen zuwendest. Diese Liebe soll nicht nur aus Worten bestehen, sie soll sich im Handeln ausdrücken.



2. Der Täufling unter dem Kreuz

Wenn ich dann mit Eltern im Taufgespräch über die Bedeu-tung der Taufe nachdenke, dann wirken die Worte aus dem Römerbrief, für die Eltern etwas befremdlich. „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod“ Schon sehe ich, wie die Eltern mit nach Verständnis-suchendem Blick das Kind noch um so fester an sich nehmen wollen. Tod und Begraben werden – diese Worte scheinen zur Taufe ihrer Kinder nicht zu passen.



Hier muss das Gespräch erst einmal innehalten und verweilen. In der Tat so ist es. In der Taufe werde ich mit dem Schicksal Jesu aufs engste in Kontakt gebracht und verbunden. In die markantesten Bewegungen seines Lebens werde ich mit hineingenommen: in seinen Tod und seine Auferstehung. In der Taufe werde ich rituell begraben. Früher wurden kleine Kinder ganz unter Wasser gehalten. Heute werden an vielen Orten dieser Welt bei Erwachsenentaufen Täuflinge gänzlich untergetaucht. Der alte Mensch, so versinnbildlicht die Handlung, wird getötet, ein neuer steht gereinigt auf. Das heißt: hier wird das Bild etwas gesprengt. So wie Jesus auferstanden ist, werden wir auch einmal auf-erstehen am Ende der Tage.



In der Zeit der ersten Christenheit waren diese Gedanken den Gemeindemitgliedern sicherlich noch näher an deren Glaubens- und Lebenserfahrungen als das bei uns der Fall ist. Kamen sie doch meist aus heidnischem oder auch jüdischem Hintergrund, so war der gültige Übertritt zum christ-lichen Glauben verbunden mit der Taufe. Sie hatten noch deutlich vor Augen, wie ihr „altes“ Leben aussah und wie sich ihr Leben im Glauben an Jesus verändert hatte: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit,…“ (Gala-ter 5, 22 f) schreibt der Apostel an anderer Stelle.



Schon bald wurden sicherlich auch Kinder getauft. Vom Ge-fängnisaufseher in Philippi hören wir, dass er sich und alle die Seinen sogleich taufen ließ (Apg 16, 33). Und viele andere Christen werden es damals auch so getan haben und ihre Kinder zur Taufe gebracht haben. Weil sie wussten: Etwas Besseres können wir unseren Kindern nicht tun als sie dem anzubefehlen, von dem wir sie empfangen haben. Kommt denn auch in der Taufe das aufs Vorzüglichste zur Darstellung, was Kern und Stern des Römerbriefes ist: Wir werden gerecht ohne unsere Leistung vor Gott allein durch den Glauben. Und bevor der Mensch einen Schritt auf Gott hin tun kann, hat er immer schon einen zum Menschen hin gesetzt.



3. Leben aus der Taufe – Leben aus der Zusage Gottes

Der Täufling erfährt in der Taufe über sich das große Ja Got-tes. Hans-Joachim Eckstein hat ein Buch mit dem Titel „Du liebst mich also bin ich“ geschrieben. Der Titel ist eine wun-derbare Zusammenfassung dessen, was evangelischer Glau-be ist und bedeutet. Der Titel formuliert nicht: Du liebst mich, also muss ich sein, oder: … also kann ich sein, oder … also soll ich sein. Nein er formuliert: „Du (Gott) liebst, mich also bin ich.“ Ich kenne keine schönere Zusammenfassung dessen, was Glaube meint und was wir einem Kind in der Taufe zusagen.



Und freilich zielt die Taufe, das Ja Gottes zu uns, auf ein Ja aus unserem Mund, aus unserem Herzen zu ihm hin. Aus der Taufe leben bedeutet dann für mich, der Zusage Gottes zu entsprechen und auf seine Anrede an mich in der Taufe zu antworten. Es ist eine große Aufgabe von Eltern und Paten und der christlichen Gemeinde, Kinder und junge Menschen darin zu begleiten, dass sie ein eigenes Ja zu dem großen Ja Gottes zu ihnen formulieren können. Wie hilfreich sind da Geschichten aus der Kinderbibel, wie hilfreich ist das Gebet am Kinderbett gesprochen. Wie hilfreich ist der Segen, den ich über meinem Kind spreche. Und wie hilfreich ist die Gemeinde, in deren Gruppen und Kreisen, im Kinder-gottesdienst und Gottesdienst, Menschen etwas von dem großen Ja Gottes spüren können.



Leben aus dem Ja Gottes in der Taufe bedeutet für mich auch immer wieder diesem Ja Gottes in meinem Leben nachzuspüren. Ich nehme es wahr in meiner unmittelbaren persönlichen Gottesbeziehung: im Gebet, das sich mit dem Schöpfer und Erlöser verbunden weiß, in einem Lied, dessen Strophen, dessen Melodie mich begleiten und mich immer wieder in die Gegenwart Gottes entführen. Ich nehme es wahr in meiner unmittelbaren persönlichen Gottesbeziehung: in einem biblischen Wort, das mein Herz erreicht und mich beschäftigt, mir guttut, den Horizont meines Lebens öffnet und der Hoffnung Raum gibt.



Und ich nehme dieses Ja Gottes der Taufe mittelbar war, in guten Begegnung mit Menschen, in Worten, die Orientierung, Trost und Mut geben, in Taten von Menschen, in denen sich etwas von der Liebe Gottes abbildet.



Und manchmal kann man es sich auch in Form der Seelsorge an sich selbst, auch selber zusagen. So wie Luther das tat, wenn ihm die Sache der Reformation eine Nummer zu groß schien und der Zweifel in seinem Herzen, den Glauben zu besiegen drohte. Dann nahm er ein Stück Kreide und schrieb vor sich auf seinen Schreibtisch: „Ich bin getauft.“



4. Leben aus der Taufe – den alten Adam ersäufen

Leben aus der Taufe – unser Text redet davon, dass wir mit Christus begraben sind. Unser alter Mensch ist mit ihm ge-kreuzigt. „Unser alter Mensch“ eine Formulierung, die uns auf das hinsehen lässt, was in unserem Leben nicht der Gemeinschaft mit Jesus entspricht, was da nicht hineinpasst: Egoismus, falsches Leistungsdenken, Kleinglaube, Herzlosigkeit,… Die Worte „unser alter Mensch“ lassen mich aber auch daran denken, wo ich in meinem Leben nicht mir entspreche, dem Bild, das Gott von mir hat: Wo ich mich entweder überhebe, oder völlig verzweifle. Ich denke an Si-tuationen, in denen ich zu sehr auf Menschen und deren Meinung achte und in der Gefahr stehe in Abhängigkeit menschlicher Urteile zu geraten. Ich denke an Situation, in denen mir der Mut fehlt zu meiner Meinung zu stehen. Und ich denke an Situationen, in denen ich wieder in alte Ge-wohnheiten verfalle, von denen ich eigentlich schon längst gemeint hätte mich getrennt zu haben.



Ich las vor einiger Zeit eine schöne Geschichte darüber, was es heißt den alten Adam zu ersäufen (gefunden in Werkstatt für Liturgie und Predigt 05/2010, S 198 Verf. Helmut Siegelt)

„Der Pfarrer war auf einer Fortbildung gewesen, es ging um Süchte und Abhängigkeiten. Er hatte etwas gelernt. Mit dem Pfeife rauchen sollte nun Schluss sein. Er nahm seine drei Pfeifen, packte sie in ein Kästchen und ging in den großen Pfarrgarten. Unter einem Baum grub er ein Loch und legte das Kästchen mit den Pfeifen hinein, dann schaufelte er es zu, machte einen kleinen Grabhügel, und im Hochgefühl des Triumphs über seine Schwachheit nagelte er ein Schild an den Baum, auf das er schrieb: „Hier ruht der alte Adam!“



Die Pfarramtsgeschäfte häuften sich, zu dem Konfirman-denunterricht kam eine außerordentliche Sitzung des Kir-chenvorstandes, dazu zwei Beerdigungen, und als die Arbeit an der Sonntagspredigt überhaupt nicht zum Erfolg führen wollte, ging er in den Garten und grub das Kästchen mit den Pfeifen wieder aus. Er stopfte eine Pfeife, zündete sie an, nahm ein paar Züge – und siehe da, auf einmal war er da, der Einfall für die Predigt. Glücklich vor sich hin paffend ging er wieder an den Schreibtisch, keine zwei Stunden später schrieb er das Amen unter die Predigt. Er legte die aufge-rauchte Pfeife weg, stopfte sich als Belohnung eine neue und ging in den Garten. Da sah er, wie seine Frau das Loch betrachtete, in dem die Pfeifen begraben waren, dann zu dem Schild ging, las, was er geschrieben hatte, sich bückte und mit einem dicken Stift etwas auf das Schild schrieb.



Neugierig ging er zu dem Baum, an dem noch seine Frau stand und ihn stirnrunzelnd ansah. Dann las er, was sie ge-schrieben hatte zu seinem „Hier ruht der alte Adam!“ Da stand: „Nach drei Tagen wieder auferstanden!““



Es ist gar nicht so leicht mit dem alten Adam umzugehen. Deshalb soll Luther den Ausspruch auch ergänzt haben: „Man soll den alten Adam täglich ersäufen. Aber pass auf, das Biest kann schwimmen.“



5. Leben aus der Taufe – Taufsprüche und mein Taufspruch

Leben aus der Taufe: Ich will mir neu des großen Ja´s Got-tes über meinem Leben gewiss werden und mich daran freuen. Wo ich es höre, wo ich es vernehme, da möchte ich ihm entsprechen. Ich möchte ihm antworten und das Ja Gottes mit dem eigenen Ja bestätigen. Und gewiss werde ich mich noch eine ganz Zeit lang mit meinem alten Adam befassen. Aber all das hält mich auch lebendig.



Und dann will ich darüber nachdenken: Wie lautete eigentlich mein Taufspruch? Wer hat ihn für mich ausgewählt? Wo wurde ich getauft? Wer waren meine Patinnen und Paten?



Vielleicht ist es aber auch einer der Taufsprüche, die wir zu Beginn hörten, die ein wenig in Ihnen nachklingen. Vielleicht der aus Psalm 139, 14: „Ich danke dir dafür, dass ich wun-derbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das er-kennt meine Seele.“



Nehmen sie sich doch einfach einen Eddingstift und schreiben auf ihren Spiegel im Badezimmer: „Ich bin wunderbar gemacht.“

Das kann sie dann erinnern daran, dass es da einen gibt, der sie liebt und sie nie vergisst.

Amen.



Und der Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserer Herrn.

Amen





Verfasser: Pfarrer Wieland Schäfer

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