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Der erhöhte Christus

von Johannes Staemmler (99084 Erfurt)

Predigtdatum : 25.05.2006
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : Christi Himmelfahrt
Textstelle : Offenbarung 1,4-8
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Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12,32)
Psalm: 47,2-10 (EG 726)

Lesungen

Altes Testament:
1. Könige 8,22-24.26-28
Epistel:
Apostelgeschichte 1,3-4 (5-7) 8-11
Evangelium:
Lukas 24,(44-49).50-53

Liedvorschläge

Eingangslied:
EG 450
Morgenglanz der Ewigkeit
Wochenlied:
EG 121
Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g’fahren bist
Predigtlied:
EG 331,
1-3.10.11
Großer Gott, wir loben dich
Schlusslied:
EG 421
Verleih uns Frieden

4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.
8 Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Liebe Gemeinde,
was für gewaltige Worte! Jedes Wort wie ein Hammerschlag. Jeder Satz wie hingestellt. Unverrückbar. Wie aus einer anderen Welt. Wer soll das verstehen? Wer kann das glauben? Ist das nicht zu weit weg? Ist das nicht zu hoch über uns?
Heute ist Christi Himmelfahrt. Ein fast schon vergessenes Fest? So muss man wohl annehmen. Schon in DDR-Zeiten war es einige Jahre als Feiertag abgeschafft worden. Und auch nach der Wende gab es hier und da Diskussionen, ob man ihn denn wirklich bräuchte. Ja, brauchen wir ihn? Was fehlt, wenn er aus dem Verkehr gezogen würde?
Unser Predigttext erinnert daran. Und das macht er auf ungewöhnliche eben gewaltig klingende Weise. Er lenkt unseren Blick zunächst hinauf in die Welt Gottes, in den Himmel über allem. Er zieht unsere Gedanken und unsere Herzen dahinauf, wo Gott alles in allem ist. Denn das steht ein für allemal fest.
Hier ist Gott A und O, Anfang und Ende. Hier gibt es keinen Zweifel daran, dass Gott Herr ist über Zeit und Raum. Egal wie es im Auf und Ab der Geschichte mit uns Menschen steht. Es ist wie ein Fundament, das im Himmel gründet, so merkwürdig das auch klingen mag.
Johannes hat sein Büchlein am Ende der Bibel als Trostbuch geschrieben. Er selbst lebte in der Verbannung. Seine Gemeinden wurden verfolgt. Dennoch und gerade deshalb schenkte dieser Gott ihm einen Blick über alle Zeiten hinaus. Und das, genau das war tröstlich. Das ist tröstlich.
Er beginnt sein Trostbüchlein genau mit unseren Versen. „Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien“, also an alle, an die ganze Kirche, an alle Christen, wo immer sie leben.
Und was sagt er ihnen? Fängt er, was doch zu erwarten wäre, zu jammern an? Seine Lage ist doch alles andere als erfreulich.
Nein, er sagt: Gnade sei mit euch und Friede! Das ist seine Botschaft. Das ist der Trost, den er selbst empfangen hat und weitergibt.
Er schreibt: Das hat mir Gott gesagt, der zu allen Zeiten ein Gott der Gegenwart ist und ein Gott der kommt.
Liebe Gemeinde, wir Menschen verlieren uns manchmal im Alltag unseres Lebens und bekommen den Kopf nicht frei. Manchmal schlagen die Wellen über uns zusammen. Dann geht gar nichts mehr.
Und was hilft der Blick in die Zeitung? Politiker streiten um ihre Entscheidungen. Wir schütteln da und dort den Kopf. Manchmal tun wir es besorgt. Der Zustand unserer kleinen Erde macht Sorgen. Vieles läuft nicht so wie erhofft. Und dann auch die Nachrichten von Gewalt und Brutalität. Wie wird alles werden? So fragen wir manchmal. Kann das alles gut werden?
Natürlich sind unsere Sorgen berechtigt. Sie zeigen ja, wie aufmerksam und wach wir unser Land und die Erde wahrnehmen und beobachten. Aber dass uns die Sorge nur nicht auffrisst! Dass uns die Sorge nur nicht den Blick trübt! Dass sie uns nicht zu ungeduldigem und vielleicht sogar ungerechtem Urteil führt!
Johannes hilft uns bei allen Sorgen zu einem anderen Blickwinkel. Was zeigt er uns? Er zeigt uns einen offenen Himmel. Und darin sehen wir mit ihm dreierlei:
Zuerst. Johannes zeigt auf Jesus Christus. Und er zeigt dabei vor allem auf die Liebe, die uns trägt und hält.
Nicht die Gewalt von Herrschern und Armeen können das Leben über den Abgrund all der Schuld und Angst heben. Das allein vermag die Liebe. Und da, da am Kreuz Christi findet sie ihre reinste Gestalt.
Und jetzt kommt etwas Erstaunliches. Der verbannte Johannes ruft seinen bedrängten Schwestern und Brüder gleichsam zu: „Ihr da! Ihr seid nicht Nichts, auch wenn man euch so behandelt. Ihr seid Könige! Ihr seid Priester! Denn Gott hat euch dazu gemacht.“
Das ist eine Umkehrung der Verhältnisse. Kaum zu glauben. Ja, wir sind gemeint. Von Gottes Gnaden ein königliches Geschlecht.
Und drittens. Diese Welt wird ein Ende haben. Und dieses Ende wird sein, wenn er kommt mit den Wolken.
In einer großen Geste beschreibt es Johannes, der Verbannte. Denn dann bleibt nichts verborgen. Die Schuld nicht. Und die Gnade nicht. Johannes weiß um das Weltgericht am Ende der Tage. Da wird alles offenbar werden. Nichts bleibt unter der Decke.
Liebe Gemeinde, was sind das für gewaltige Worte. Sie sind aus der Liebe Gottes zu seinen Menschen gemacht. Sehen Sie, auch das ist Himmelfahrt. Erinnerung daran, dass am Ende Gnade und Friede sein werden. Wohl nicht von Menschenhand, aber es wird kommen mit den Wolken des Himmels. Amen.

Verfasser: Pfr. Johannes Staemmler, Predigerstr. 4, 99084 Erfurt

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