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Der Ruf zur Umkehr

von Ute Niethammer

Predigtdatum : 11.12.2016
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : 3. Advent
Textstelle : Lukas 3,1-14
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Wochenspruch:
„Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“ (Jesaja 40, 3.10)

Psalm: 85,2 - 8

Lesungen
Reihe I: Matthäus 11, 2 - 6 (7 - 10)

Reihe II: 1. Korinther 4, 1 - 5

Reihe III: Lk 3, 1 – 14

Reihe IV: Römer 15, 4 - 13

Reihe V: Jesaja 40, 1 - 8 (9 - 11)

Reihe VI Offenbarung 3, 1 - 6


Liedvorschläge
Eingangslied: EG 12, 1 – 4 Gott sei Dank durch alle Welt
Wochenlied: EG 10, 1 – 4 Mit Erst, o Menschenkinder
Predigtlied: EG 312, 1 – 7 Kam einst zum Ufer
Schlusslied: EG 19, 1 – 3 O komm, o komm, du Morgenstern


Predigttext Lukas 3, 1 - 14
Die Bußpredigt des Johannes

„Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja (Jesaja 40,3-5): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.«
Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?
Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.
Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun?
Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!
Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!“


Hinführung
Hintergrund
Der dritte Adventssonntag ist in der evangelischen Tradition der Sonntag des Täufers mit seiner doppelten Botschaft: die Ankündigung des Gerichts auf der einen Seite und die Ankündigung dessen, der nach ihm kommt und mit Geist taufen wird.

Im Predigttext der Reihe III liegt das Gewicht auf der Seite des Gerichts und der Buße. Lukas formuliert die Gerichtsrede des Johannes im Stil anderer antiker jüdischer Texte, die davor warnen, sich auf die Taten der Vorfahren zu verlassen, also auf die „Erbgnade durch Abraham“. Indem der Evangelist jedoch für eine Gemeinde schreibt, in der Menschen mit jüdischem und nichtjüdischem Hintergrund vereinigt sind, ist die Gerichtsrede des Täufers auch als eine Infragestellung vorschneller christlicher Selbstsicherheiten zu hören. Schließlich geht es nicht um eine historische Lektüre, sondern darum, in der je eigenen Gegenwart zu reflektieren, wie viel mich vom Reich Gottes trennt.

Dadurch erfährt die Predigt unwillkürlich eine ethische Ausrichtung und die Frage der Menge „Was sollen wir tun?“ (V. 10) wird zum Scharnier, das die Menschen von damals mit den Gottesdienstbesuchenden von heute verbindet.

Textgestalt
Eine deutliche Dreiteilung liegt vor: n den Versen 1 bis 6 stellt der Evangelist den Täufer Johannes vor, indem er dessen Person mit der Erläuterung der damaligen Herrschaftsverhältnisse in den großen Rahmen der Weltgeschichte und der jüdischen Geschichte stellt. Gleichzeitig schafft Lukas eine direkte Verbindung zur Vorgeburtsgeschichte Jesu, weil er nochmals Zacharias als dessen Vater nennt (2b) und damit an Lk 1 anknüpft. Sein Wirken in der Wüste wird mit einem Satz umrissen und mit einem ausführlichen Jesaja-Zitat (4 b‒6) in die Tradition der Propheten gestellt.
Der zweite Teil in den Versen 7 ‒ 9 stilisiert eine Bußpredigt vor einer bußwilligen Hörerschaft.
Vers 10 fungiert mit der Frage der Zuhörenden als Wendepunkt.
Der dritte Teil, die Verse 10 bis 14, vermitteln eine Gebrauchsethik des Alltags.
Die eigentliche Pointe des Kapitels, die Ankündigung des Messias in den Versen 16 und 17, gehört nicht mehr zum Predigttext. Damit liegt der Fokus der Predigt unweigerlich bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Heilsgewissheit und dessen Folgen für das eigene Handeln.

Einzelbeobachtungen
Die knappe Beschreibung des Johannes in den Versen 2 - 3 deutet dessen Vergangenheit im Kreis der Essener in Qum-ran nur an; das Jesaja-Zitat legitimiert ihn als ernstzunehmenden Propheten und stellt gleichzeitig das Wirken Jesu in den Rahmen der Heilsgeschichte Gottes.
Zu der aggressiven Gerichtsrede in den Versen 7 ‒ 9 gibt es Parallelen in der apokalyptischen Literatur des ersten Jahrhunderts; die Aufforderung, selbst gottgefällig zu handeln, statt sich auf die Verdienste der Vorfahren zu verlassen, ist ein wiederkehrendes Motiv.
Johannes‘ ethische Appelle in den Versen 11 ‒ 14 bewegen sich innerhalb der gesellschaftlichen Konventionen. Anders als im Lobgesang der Maria (Lk 1, 46 ‒ 55) ist hier nicht die Rede von den grundstürzenden Veränderungen durch den Beginn des Reiches Gottes mit Jesus. Vielmehr ist hier die weltliche Seite vorgezeichnet, die das Wirken des Messias begleiten und unterstützen soll. So will der Evangelist jeder Weltflucht entgegenwirken und das Sein in Christus mit dem Leben in der Welt alltagstauglich verknüpfen. Dabei fällt auf, dass stets Verhaltensweisen genannt sind, die ein bestehendes soziales Gefälle versuchen aufzulösen und somit innerweltlich dafür sorgen, dass „Täler erhöht und Berge erniedrigt“ werden (V. 5).
Homiletische Entscheidungen
Der Predigttext widerspricht der zu erwartenden Stimmung zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest. Anstelle seelsorglicher Vergewisserung im Glauben steht hier eine Verunsicherung von Glaubensgewissheiten. Damit aber trifft die Perikope genau die theologische Dimension, in der wir als Gemeinde Christi immer stehen: der Zuspruch des „Schon jetzt“ (gerechtfertigt sein, geheiligt sein, Reich Gottes leben) trifft in unserer Lebenswirklichkeit immer wieder auf das zermürbende „Noch nicht“ – sowohl im Erleben einer gewaltgetränkten, nichterlösten Welt wie auch im Eingestehen des persönlichen Versagens gerade angesichts der sehr ungleichen gesellschaftlichen Verhältnisse. Es gilt also Entsprechungen zu finden zum ebnenden Ankommen Gottes in der Welt und den Glaubenden zum Handeln im Sinne Gottes zu motivieren. Dies im Sinne der lutherischen Rechtfertigungslehre in einer Predigt so zu kommunizieren, dass die Hörenden gestärkt und ermutigt in die zweite Hälfte der Adventszeit gehen, ist die Aufgabe der Predigerin oder des Predigers.
Der Aufbau der Predigt folgt dem Predigttext in seinen Schwerpunkten, da diese jeweils einen sehr prägnanten Fokus haben.


Gliederung
I. Unsere Erwartungen: Gott kommt mit und aus reiner Liebe zu uns
II. Genügen wir dem Anspruch Gottes?
III. Was sollen wir tun? Die Alltagsethik des Johannes
IV. Adventlich leben: Unterschiede ausgleichen


Ziel
Die Hörenden sollen im Advent ihr alltägliches Handeln kritisch überdenken und sich zum Abbau gesellschaftlicher Un-geduld ermutigen lassen.


Predigt
[I. Unsere Erwartungen: Gott kommt mit und aus reiner Liebe zu uns]

Liebe Gemeinde,

keine zwei Wochen mehr bis Heilig Abend! Da wäre es schön, einen Predigttext zu hören, der uns einstimmt auf die Botschaft, dass Gott unterwegs ist zu uns. Aus purer Liebe. Ein Text, der uns mit dem Jesuskind die Liebe Gottes direkt ins Haus unter den Tannenbaum plumpsen lässt.

Stattdessen mutet uns die Ordnung der Predigttexte heute Lukas 3, 1 ‒ 14 zu. Ein langer Abschnitt – ich unterteile ihn in drei Abschnitte:
„Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius […]geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch des Propheten Jesaja: ‚Es ist die Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen‘.“

(1)
So weit, so gut. Hätte der Predigttext hier sein Ende, würde ich jetzt vermutlich darüber sprechen, dass Sie mit Ihrem Gottesdienstbesuch schon angefangen haben, den Weg zu ebnen und zu ordnen. Und sicher würde ich noch ein schönes Beispiel dafür finden, wie jemand in seinem Leben Dinge in Ordnung bringt, einen Konflikt aufarbeitet, mit einer Aussöhnung beginnt. Doch der Predigttext will uns woanders hinbringen. Dazu müssen wir uns in die Situation der Hörenden von damals einfühlen. Vielleicht teilen wir sogar etwas mit jenen Menschen: die Erwartung, dass Johannes etwas Wichtiges zu sagen hat, etwas, das uns Gott näher bringt. Diese Erwartung beantwortet Johannes so, und vermutlich klang das noch eine Spur aggressiver, als ich es vorlesen kann:

„Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu und bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“

(2)
[II. Genügen wir dem Anspruch Gottes?]
Tief durchatmen – schlimmer wird’s nicht mehr …!
Stellen Sie sich vor, Sie haben sich aufgerafft und haben einen weiten Fußmarsch in Kauf genommen, um diesen Menschen, Johannes, zu hören und Ihr Leben zu ändern. Stellen Sie sich vor, Sie haben sich das vorher genau überlegt und wollen diese Bußtaufe mitmachen, um wirklich reinen Tisch mit Gott zu machen. Und Sie sind damit nicht allein – eine ganze Menge Leute ist mit Ihnen da hinaus in die Ödnis gezogen, um Ernst zu machen mit dem neuen Leben. Und dann werden Sie zur Schnecke gemacht, ja beleidigt!

Ein Blick in die Predigtüberlieferungen vergangener Jahrhunderte zeigt: Der Bußpredigtstil des Johannes wurde auch in christlichen Kirchen praktiziert.

Ich lasse mich nicht gerne beschimpfen, auch nicht um gerettet zu werden. Aber womit Johannes der Täufer und die Bußprediger durch die Jahrhunderte sicher Recht haben: Glauben hat eine ernste Dimension. Gerade der Advent ermutigt nicht nur. Er fragt vielmehr auch kritisch an: Stimmt mein Handeln eigentlich mit meinem Glauben überein? Oder sogar noch existenzieller: Was glaube ich wirklich?

Ich persönlich glaube trotz der scharfen Worte des Täufers: Gottes Liebe ist immer noch größer als meine Fehlleistungen. Aber vielleicht gerade deswegen merke ich immer wieder: Mein Leben gleicht keineswegs dem, was man ein heiliges Leben nennen könnte. Wie oft verletze ich Menschen, mitunter auch ganz unabsichtlich? Wie häufig übersehe ich die Not und Bedürfnisse anderer, weil ich mich mit meinen eigenen Problemen völlig ausgelastet fühle?! Für Gott muss reichen, was an Andachtsgefühlen übrig ist. Und meine Mitmenschen gehen oft leer aus. Es wäre gut, anders zu leben. Aber wie?

Das war auch die Frage der Menschen, die damals von Johannes ausgeschimpft wurden. Ich lese den dritten Teil des Predigttextes:

„Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.
Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir denn tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!
Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold.“

(3)
[III. Was sollen wir tun? Die Alltagsethik des Johannes]
Drei verschiedene Anweisungen für drei unterschiedliche Zielgruppen.
Soldaten! Zur Zeit des Evangelisten Lukas gab es einige Christen, die sagten: Wer an Christus glaubt, kann nicht mehr Soldat sein. Denn man darf nicht töten. Johannes der Täufer gibt eine andere Antwort: Soldat ist einfach ein Beruf. Niemand muss diesen Beruf wegen seines Glaubens aufgeben. Aber alles, was in diesem Beruf dazu führt, dass man verroht oder ein hartes Herz bekommt, ist abzulehnen und zu vermeiden.

Heute diskutieren wir viel über Sinn und Zweck der Bundeswehr und wie weit ihr Mandat gehen darf. Im Hintergrund stehen grausame Erfahrungen. Die Geschichte Deutschlands im sogenannten Dritten Reich, in dem aus Menschen Massenmörder ohne Gewissen wurden. Die Geschichte des Irak-Kriegs, die Erfahrungen der Blauhelme damals in Srebrenica – militärische Präsenz verhindert Blutvergießen nicht. Vielleicht kann man aus den biblischen Worten bei Lukas heraushören: Das Militär, der Beruf des Soldaten und der Soldatin, ist nicht per se christlich oder unchristlich. Es ist ein weltlicher dienender Beruf. Wer diesen Beruf wählt, tut gut daran, sorgsam darauf zu achten, dass die Grenzen nicht überschritten werden. Die Grenzen, die einer Prüfung der Menschlichkeit und Menschenwürde nicht standhalten. In so einem Fall muss Gott mehr als den Menschen gehorcht werden, auch als Soldat oder Soldatin, der oder die weisungsgebunden ist.

Eine andere Personengruppe ist die der Zöllner: unbeliebte Leute zur Zeit Jesu, weil sie erstens für die verhassten Römer den Zoll kassierten und zweitens mehr verlangten, um selbst noch genügend abzubekommen. Das Mehr-Verlangen steckt an! Wer heute zum Beispiel in der Position ist, Mieten zu verlangen, Stundensätze zu beschließen, Preise zu bestimmen, muss schließlich vieles bedenken und mit vielem rechnen – und dann nehme ich doch lieber ein bisschen mehr, wer weiß, was kommt …

Der Täufer sagt: Fordert nicht mehr, als vorgeschrieben ist! Das klingt einfach, aber ich glaube, so zu leben, haben wir alle gründlich verlernt. Mir kommt es jedenfalls so vor, als hätten wir das Gleichgewicht verloren.

Johannes hat die Leute um ihn herum aufgefordert: Wer zwei Hemden hat, gebe demjenigen eines ab, der oder die keines hat. Natürlich geben wir alle gern. Dessen bin ich mir sicher. Johannes will, dass wir von Mensch zu Mensch geben. Auf Augenhöhe. Ohne Gefälle.

[IV. Adventlich leben: Unterschiede ausgleichen]
Adventlich leben – nach Johannes dem Täufer bedeutet das: so leben, dass ich die Unterschiede zwischen mir und den anderen einebne, dass ich meine Liebe zur Macht, zur Überlegenheit, zur Abgrenzung hinter mir lasse. Denn sonst kann mich die Macht der Liebe nicht erreichen, sie prallt von meinen Schutzwällen ab. Die Adventszeit stellt uns die ernste Frage: Wer bist du ohne all die Vorzüge und Errungenschaften, die dir Fleiß, Geburt oder Glück beschert haben? Wer bist du vor Gott? Vor dem Kind?

Wir glauben, dass Gott in diesem Kind auf alle Ansprüche und Ränge verzichtet, um uns allen gleich nahe zu sein. Gott kommt zwar aus der Höhe, begegnet uns aber in der Ebene. Deshalb: Ebnet die Bahn, kommt runter von euren Ansprüchen und eurer Arroganz. Jesus kommt. Und Jesus kommt uns in allen Menschen entgegen. Amen.

Eingangsgebet
Du Gott, sprichst Worte der Verheißung
zu den Menschen, die Ausschau halten nach dir
und sich danach sehnen, dass du kommst.
Bring den Frieden näher, auf den die Welt wartet.
Lass uns erfahren, wer du bist für uns
heute und alle Tage unseres Lebens.

Fürbittengebet
Gott, wenn du bei uns einziehst,
verwandelt sich unsere Welt.
Wenn du uns erleuchtest,
weicht unsere Beklommenheit.
Wenn deine Liebe uns anrührt,
schwindet unsere Angst.
Dafür danken wir dir und bitten:
Richte neu die Hoffnung auf,
wenn Enttäuschungen uns niederdrücken.
Lass wieder Vertrauen wachsen,
wenn Zweifel uns lähmt.
Wenn wir unser Recht fordern,
erinnere uns an das Recht der anderen.
Wir bitten für die Welt, in der wir leben:
Wecke die Gewissen auf durch dein Wort.
Gib den Verantwortlichen Einsicht
und den Einsichtigen Durchsetzungsvermögen.
Lass die Bedrohten unter uns Schutz
und die Bedürftigen großzügige Hilfe finden.
Deinen Geist lass wirksam sein in unserer Kirche,
in allem, was gedacht, gesagt und getan wird,
dass wir zusammenfinden, weil du kommst.



Verfasserin: Pfarrerin Ute Niethammer
Blumenstraße 1 ‒ 7, 76133 Karlsruhe

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Anmerkungen
(1) Lukas 3, 1 ‒ 6
(2) Lukas 3, 7 ‒ 9
(3) Lukas 3, 10 ‒ 14


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