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Die Jesus nachfolgen, legen ab, was Gottes Willen nicht entspricht

von Elisabeth Nitschke (Leonberg)

Predigtdatum : 28.02.2016
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : Okuli
Textstelle : Epheser 5,1-8a
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Wochenspruch:
"Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes." (Lukas 9, 62)

Psalm: 34, 16 - 23

Lesungen
Altes Testament: 1. Könige 19, 1 - 8 (9 - 13 a)

Epistel: Epheser 5, 1 - 8 a

Evangelium: Lukas 9, 57 - 62

Liedvorschläge
Eingangslied: EG 441, 1 - 5 Du höchstes Licht, du ewger Schein
Wochenlied: EG 390, 1 - 3 Erneure mich, o ewigs Licht
Predigtlied: EG 96, 1 - 3 Du schöner Lebensbaum des Paradieses
Schlusslied: EG 96, 4 - 6 Du schöner Lebensbaum des Paradieses
Eingangsgebet
Gott, du Quelle des Lichts,
manchmal kommst du uns ganz nahe
und öffnest uns die Augen,
dass wir hindurchsehen durch alles Ungeklärte
und zu glauben wagen,
aller Unsicherheit zum Trotz.
Lass uns dein Licht wahrnehmen,
das uns leuchtet in Christus
und alle Nacht vertreibt,
weil er unser Licht ist in Ewigkeit.
(vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 1999)

Fürbittengebet
Herr Jesus Christus!
Mit kritischen Augen sehen wir uns oft an.
Sichten unsere Bilanzen, Gewinne und Verluste.
Unseren Marktwert und unsere Attraktivität.
Uns selbst und die von anderen.
Was unsere Gedanken beherrscht,
lässt uns gegen andere oft ungnädig werden.
Du rufst uns in dein Licht.
Mit liebevollen Augen siehst du uns an.
In deinem Licht halten wir unsere Fehler aus
und bekommen die Kraft zur Veränderung.
Mit strengen Augen siehst du
unsere gegenseitigen Verurteilungen.
Auch, was wir nicht laut aussprechen.
Auch, was wir an Bösem nicht tun, sondern nur gern täten.
Stell uns in dein Licht.
Setz die Helligkeit durch in unserem Leben.
Brich deinem Reich Bahn.
Und öffne uns die Augen,
dass es jetzt schon anbricht.
(E.K.)

Hinführung
Einordnung von Epheser 5,1 - 8 in den Kontext des Epheserbriefes:
Der Epheserbrief denkt nicht in Zeiten, sondern in Räumen – so könnte man die Gedanken von Andreas Lindemann, der zu ihm einschlägig gearbeitet hat, zusammenfassen. (Vgl. Andreas Lindemann, Die Aufhebung der Zeit. Geschichtsverständnis u. Eschatologie im Epheserbrief, Gütersloh 1975.)
Großzügig zitiert der Epheser- den Kolosserbrief, doch geht er beispielsweise weiter, indem er kein Gegenwart-Zukunft-Schema aufbaut, sondern die Herrlichkeit Jesu als einen Herrschaftsraum versteht: Jesus Christus sitzt zur Rechten Gottes und durchdringt mit seiner Herrlichkeit das Weltall (1,20-22). Er ist das Haupt seines kosmischen Leibes, der Kirche. Er erfüllt die ganze Wirklichkeit (4, 10).

Diesen räumlichen Vorstellungen stehen zeitliche zur Seite, doch in ihnen ist etwas Eigenartiges passiert: Da Christus auferstanden ist und über den Tod triumphiert hat (1,20-23), ist auch alles andere Entscheidende bereits geschehen: Wer ihm glaubt, ist schon mit Jesus Christus tot gewesen, lebendig gemacht, auferweckt, gerettet und eingesetzt auf einen Platz im Himmel (2,4-6). Da sich in dieser schon gegenwärtigen End-Zeit nicht mehr viel bewegt, treten nun wie beschrieben Räume an die Stelle von zeitlichen Abfolgen – mit Ausnahmen, auf die wir noch kommen.

Was wir als Brief von Paulus an die Epheser kennen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rundschreiben eines Paulusschülers an Gemeinden in Kleinasien, das schon auf die Person Paulus mit seinem Lebenswerk zurückschaut. Sein Platz im Fundament der Kirche ist nun unangefochten (2,20). Das unterscheidet das Schreiben von den Briefen des Paulus selbst, in denen er immer in Konkurrenz zu anderen Aposteln war.

Der erste Hauptteil (Kap. 2,1 - 3, 21) entfaltet den Überschwang der Gnade Gottes und thematisiert im Übrigen das Miteinander von jüdischen und Griechisch sprechenden Christen, die eine Einheit bilden (2, 11 - 19).

Der zweite Hauptteil (Kap. 4, 1 - 6, 9) zieht Schlussfolgerungen für ein dem entsprechendes Leben der Angeschriebenen – und steht mit seinen Ermahnungen oft im Gegenüber zum eigentlichen Kerngedanken des Briefes, dass schon alles Entscheidende geschehen ist!

Im Epheserbrief geht es viel um das „Wandeln“. Das Verb „herumlaufen“ begegnet oft, altmodischer übersetzt mit „Wandeln“, mit der Nebenbedeutung des Lebenswandels; beide Bedeutungen sind auch bei uns verwandt.

Wandeln – wo und wie? „In guten Werken“, sagt der Epheserbrief selbst (2, 10!). Naheliegend auch der Gedanke: in Herrschaftsräumen.

Der Predigttext Kapitel 5, 1 - 8 hebt sich von dem räumlichen Schema insofern ab, da er von „Früher“ und „Jetzt“ spricht. Auch sieht es hier so aus, als ob doch noch etwas zu entscheiden wäre. Das macht unseren Abschnitt im Vergleich zum ersten Briefteil interessant – und passt eben in den zweiten, ermahnenden Hauptteil. Wahrscheinlich ist, dass der Verfasser hier Gedanken aus dem Griechisch sprechenden Juden(christen)tum aufgreift, die in den Gemeinden greifbar waren und aus denen er sich selbst wohl speiste. (Vgl. Udo Schnelle, Einleitung in das Neue Testament, Göttingen 31998, S. 323 und 318)

Einzelauslegung der Verse 5,1-8:
1-2 Ermutigung zu einem Leben der Hingabe aus der Liebe Gottes nach dem Vorbild Christi
3-7 Warnung vor Ausschweifung und Habgier
8 Leben im Licht
(Vgl. Jochen Arnold, Augen-Blicke mit Gott und Leben im Lob, in: Pastoraltheologie. Monatsschrift für Wissenschaft und Praxis in Kirche und Gesellschaft, 2010/2, Göttingen 2010, S. 160)



Systematisch-theologische Themen:
Es geht dem Abschnitt um die klassisch protestantische, aber völlig aus der Mode gekommene „Heiligung“ – ein Leben in der fortwährenden und fortschreitenden Entsprechung zur vorausgehenden Gottesliebe. Knackpunkt in der Verkündigung ist die Frage, ob eher Appelle oder Beschreibungen des Wünschenswerten zum Ziel führen.

Liturgische Einordnung:
Am dritten Sonntag in der Passionszeit ist „Nachfolge“ der rote Faden durch alle Schriftlesungen. Es ist einer der vier Sonntage im Jahr, die einen Schwerpunkt auf dem Thema Taufe haben. In der Alten Kirche war Okuli ein Sonntag, an dem die Taufbewerber/innen auf Herz und Nieren geprüft wurden – und ihnen die Opfer der Nachfolge sowie deren Lohn vor Augen gestellt wurden. Im Wochenpsalm 34 geht es um wechselseitigen Blickkontakt: Ps 34,6.16. Von der lateinischen Fassung des Psalms bekam der Sonntag seinen Namen „Oculi“, „die Augen“.

Homiletische Situation
Nachdem die Tage wieder länger werden, die (württembergische) Landtagswahl in zwei Wochen, Ostern in vier Wochen und im Allgemeinen der Frühling bevorsteht, geht der Blick ganz sicher eher nach vorn – zu Ostern hin – als zurück auf Weihnachten. Wer in den „sieben Wochen ohne“ wirklich auf etwas verzichtet oder etwas ändert, kann sicher Ermutigung eher brauchen als Appelle, zumal ausschließende.

Gliederung
1 Ein Kurzmärchen zum „Lichtraum“– als Schlüssel zur Erschließung des uns befremdenden, weil ausschließenden Predigttext
2 Lesung des Predigttextes
3 Erschließung des Predigttextes mit dem Märchen
4 Bei uns herrscht, was uns beherrscht
5 Jesus Christus ist das Licht
6 Im Lichtraum der Osterkerze
Ziel
Die Predigt will Lust machen, überhaupt auf den sperrigen Predigttext zu hören. Sie will einladen, „ins Licht zu kommen“.
Predigtidee; Das Bild des „Herumlaufens / Wandelns im Licht“ wie in einem Raum will ich als einen Faden in meiner Predigtvorlage aufgreifen.


Predigt
Liebe Gemeinde,

(1)
vor langer Zeit spürte ein weiser alter König, dass seine Tage gezählt waren. Er rief seine Söhne zu sich, die er beide gleich liebte. Er stellte sie vor eine Aufgabe: „Wer von euch mir bis heute Abend diesen leeren Thronsaal füllt, der soll mein Nachfolger werden.“

Beiden gab er ein Silberstück.

Das eine seiner geliebten Kinder zog los und überlegte, wie er aus seiner Münze das Meiste machen konnte. Ein schmales Budget für eine große Aufgabe! Da kam er an einem frisch abgeernteten Weizenfeld vorbei. Es lag noch das Stroh auf den Flächen. Schnell bot er den Bauern sein Silberstück für das Stroh an, lief zum Schloss und trommelte alle zusammen. „Vater“, rief er, „du kannst mich zum Nachfolger machen! Ich habe den Saal ausgefüllt!“ Doch der Vater wollte noch warten. Als es schon dunkel war, kam der andere heim. „Räumt das nutzlose Stroh hier fort!“, befahl er. Dann stellte er eine Kerze in die Mitte des Raums und entzündete sie. Ihr Licht erfüllte ihn ganz. Und wo es hinfiel, wurde es hell und warm – und so auch das Gesicht des Vaters. „Du wirst das Reich erben“, sagte er lächelnd. (1)

Sie ahnen, dass dies nicht schon unser heutiger Predigttext war. Manchmal muss man Umwege gehen, um die Sätze unserer Apostel und ihrer Schülerkreise neu zu verstehen. So auch heute. Von einem Licht haben wir gehört, das einen Raum füllt, ja, das sich auch außerhalb von vier Wänden einen Raum geschaffen hätte, einen Lichtkegel oder eben einen hellen Umkreis. Vom Erben und von geliebten Kindern hörten wir, von Aufgaben und Entscheidungen. Auch von kurzfristigem Gewinn und Nachhaltigkeit.

Weniger märchenhaft klingen diese Themen im Epheserbrief. In ihm steht unser Predigttext, Kapitel 5, Verse 1 - 8. Er enthält für die kleinasiatischen Gemeinden und ihre Nachfolgerinnen Verbindliches und hat so auch uns noch etwas zu sagen.

(2)
„1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder
2 und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört.
4 Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.
5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das sind Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.
6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.
7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.
8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.“

(3)
Kinder des Lichts sollten die Angesprochenen sein! In unserer Geschichte hatten wir es gehört, wie der eine mit Licht nach Hause kommt, und es schafft sich seinen Raum. Als Kinder des Lichts leben könnte bedeuten, sich in diesem erleuchteten Bereich zu bewegen. Der, der mit Stroh arbeitete, geht leer aus. Er erbt nicht, jedenfalls nicht das Reich. Er wird das Haus sicher nicht verlassen müssen, er wird sicher nicht hungern, aber zum Zuge kommt er nicht.

Unzucht, Unreinheit, Habsucht, das gibt es doch in unseren Kreisen alles nicht, könnte man meinen. Schandbare und närrische oder lose Reden hört man doch nur am Fasching, und da sind sie doch erlaubt, oder nicht?

Mit den alten Begriffen haben wir schon fast verabschiedet, wofür sie stehen. Aber bleiben wir einmal im Bild: Leere Worte, strohdummes Gerede, das anderen schadet, das gibt es leider nach wie vor, und es macht nicht Halt vor christlichen Gemeinden. Es ist sogar besonders reizvoll dort, wo es das offiziell nicht gibt und deshalb hinter vorgehaltener Hand geschieht – bei vordergründiger Freundlichkeit. Dann doch lieber offen reden.

Unkontrollierte Strohfeuer, die zu sexuellen Grenzüberschreitungen und Verletzungen führen, sind uns auch nicht fremd – und wenn doch, sei daran erinnert, dass das nicht begangene Unrecht immer meine Möglichkeit in Gedanken ist.

Und schließlich der Wunsch, Stroh zu Gold zu machen – Habsucht -, ein alter und aktueller Traum. Kurzfristige Gewinnmaximierung – und sei es auf Kosten anderer, das kennen wir doch nicht nur aus den Medien.

Wer den S-Bahn-Fahrschein nicht kauft, spart kurzfristig Geld, aber seine Schwarzfahrt ist in das Preissystem eingerechnet. Alle zahlen mehr, da sie den einen Schwarzfahrer mitfinanzieren. Und wenn er sich beim nächsten Mal wieder ein Ticket kauft, ist es eben auch teurer, als wenn der Verkehrsverein mit lauter ehrlichen Kunden „rechnen könnte“. Ein einfaches Beispiel zur Kurzfristigkeit von gewinnorientiertem Denken, vorausgesetzt, der Fahrschein wurde nicht aus anderen Gründen nicht gekauft. Das Beispiel ließe sich auch leicht für des Steuerzahlen durchbuchstabieren – und für viele anderen Lebensbereiche.
Habsucht ist ein aktuelles Thema.

(4)
Wir leben nicht in einer Monarchie. Keiner von uns wird ein echtes Imperium erben. Bei uns herrschen dank demokratischer Verfassung alle. Das am wenigsten ungerechte Modell, aber es erfordert persönliche Reife – denn wenn wir alle herrschen, dann herrscht das, was uns selbst beherrscht.

Wovon lassen wir uns leiten? An- und umtreiben? „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“, lautete mal ein Slogan einer eindrücklichen Stuttgarter Werbekampagne. Was treibt mich an? Ist es ein Selbstbild vom Haben – und dem kurzfristigen Gewinn – oder ein Selbstbild vom Sein, wie Erich Fromm unterschied? (2) Möglichst viel besitzen, viel erobern? Oder etwas sein, als Mensch unveräußerlich verkörpern, vielleicht auch, an meiner Persönlichkeit gearbeitet haben?

Der Epheserbrief enthält für die kleinasiatischen Gemeinden und ihre Nachfolgerinnen und auch für uns heute Verbindliches. In ihm durchdringen sich die Zeiten. Wir Getauften sind mit Jesus Christus schon gestorben, schon auferweckt, schon in einen Platz an seiner Seite eingesetzt, heißt es in seinem zweiten Kapitel (3). Felsenfest sicher, beruhigend, fast triumphierend. Dann kann zwar nichts Grundlegendes mehr schiefgehen. Aber darin soll sich jede, jeder jetzt schon bewähren. Jetzt wird es den Unterschied markieren, ob wir dem entsprechen oder eben nicht. Und das, wovon wir uns bestimmen lassen, wirkt sich aus. Es prägt unser Umfeld, in dem wir selbst und andere leben.

Dem Verfasser des Epheserbriefes ist der Gedanke so wichtig, dass er in ein altes Zeitschema rutscht – so, als könne man doch noch ein Erbe verlieren oder müsse es sich „erwerben, um es zu besitzen“(4), und als hinge die Zukunft davon ab.

„Lebt als Kinder des Lichts“, ruft uns der Briefeschreiber zu. Kinder des Lichts – vielleicht heißt das, den vom Licht erleuchteten Raum auszuloten, auszuschreiten, seine Möglichkeiten zu sehen, sich gegenseitig in der Helligkeit zu erkennen. Sich im Lichtradius oder Lichtkegel bewegen klingt nach dem Durchschreiten eines heiteren Raumes. In ihm herumlaufen, wandeln: Ein Lebenswandel im Licht, in erleuchteten Räumen. Also ist weder das Haben, noch das Sein, sondern das Tun entscheidend, könnte man auf unsere Herrschaftsverhältnisse übertragen. Im Licht bewegt sich, wer das Richtige tut.

(5)
Hier erreichen wir die Grenze unseres Märchens. In dem Märchen kann nur einer das Reich erben. Und er muss die Kerze als Lichtquelle selbst aufstellen.

Der Epheserbrief erinnert daran, dass das Licht von Jesus Christus selbst strahlt. Hingabe kennzeichnet sein Handeln. Wer sie sich gelten lässt, ist Gottes Kind. Und diese geliebten Kinder werden nicht nur Nachahmer von Jesu Vorbild sein, sondern Gottes „Erben“. Es geht eben doch ums Sein. Jemandes Kind zu sein ist nicht selbst machbar, sondern man kann dem entsprechen oder nicht, ein Erbe antreten oder nicht. „Ihr seid Kinder des Lichts in dem Herrn“, bewegt euch also gewissermaßen in seinem Lichtkegel, in seinem Herrschaftsbereich.

Noch vier Wochen sind Fastenzeit, Passionszeit. Texte zur inneren und äußeren Prüfung werden Sie noch weitere hören. Erinnerung, wie die Taufbewerber früherer Zeiten in solchen Wochen auf Herz und Nieren geprüft wurden. Nachfolge kostet etwas, war der Gedanke. Wisse, worauf du dich einlässt.


(6)
Bald brennt an vielen Altären wieder eine Osterkerze. Sie wird einen Bereich um sich herum entfalten, einen „Lichtraum“, in den man treten kann. Sie wird uns an das Licht der Welt erinnern und auch an diesen Text. Die Osterkerze kann stumme Zeugin für sein. Die Kerze spricht dann Jesu Botschaft und sagt:

„Ich scheine – mitten in einer Welt, in der alles von seinem wirtschaftlichen Nutzen her bestimmt wird, in einer Welt voll leerer Worte oder herabwürdigender Bilder. All das löscht mich nicht aus. Für all das verzehrte sich Jesus Christus wie eine Kerze. Lass dich von mir ins Licht ziehen. Wandle in diesem Licht, als bewegtest du dich in deinem natürlichen Lebensraum. Und dann wird ein anderer Geist herrschen. Mitten in deinem Leben, mitten in eurer Welt wird sich Gottes Reich breit machen.“
Amen


Verfasserin: Pfarrerin Elisabeth Nitschke
Am Bockberg 2, 71229 Leonberg


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Anmerkungen
1. Nach: „Nachfolger gesucht“, in: Typisch! Geschichten für andere Zeiten, Andere-Zeiten-Verlag Hamburg 42005, S. 20.
Hinweis: Bitte nicht die beiden Söhne im Märchen mit dem älteren bzw. jüngeren identifizieren. Es könnten sich Gedanken einschleichen, welche das Judentum vom Christentum als „enterbt“ betrachten – leider halten sich solche entgegen den Aussagen des Römer- und z. T. Epheserbriefes (!) hartnäckig.
2. Erich Fromm, Haben oder Sein, 1976.
3. Epheser 2, 4-6
4. Johann Wolfgang Goethe, Faust I.

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