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Die Liebe Gottes und die Liebe untereinander

von Bernd Rapp (London)

Predigtdatum : 03.09.2023
Lesereihe : V
Predigttag im Kirchenjahr : 13. Sonntag nach Trinitatis
Textstelle : 1. Johannes 4,7-12
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Wochenspruch: „Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40b)

Psalm: 112

Predigtreihen

Reihe I: Markus 3,31-35
Reihe II: Apostelgeschichte 6,1-7
Reihe III: 1. Mose 4,1-16a
Reihe IV: Lukas 10,25-37
Reihe V: 1. Johannes 4,7-12
Reihe VI: 3. Mose 19,1-3.13-18.33-34

Liedvorschläge

Eingangslied: EG 162 Gott Lob, der Sonntag kommt herbei
Wochenlied: EG 412 So jemand spricht: Ich liebe Gott
Predigtlied: EG 199 Gott hat das erste Wort
Schlusslied: EG 175 Kanon: Ausgang und Eingang, EG 632 Wenn das Brot, das wir teilen

Predigttext: 1. Johannes 4,7-12

7 Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. 8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. 11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.

Predigt

Liebe Schwestern und Brüder,

15-mal Liebe!
15 mal kommt das Wort „Liebe“, oder „geliebt“ hier vor.
Und das in nur 6 Versen.
Das ist rekordverdächtig!

Und alles kreist um den Satz, der wie eine Gleichung daherkommt: Gott ist Liebe!
Dann muss die Liebe doch zumindest göttlich sein!
Nicht umsonst sind diese Verse aus dem 1. Johannesbrief unter den Top-Favoriten, wenn es darum geht, einen Trauspruch für die Hochzeit herauszusuchen.
Gott ist Liebe! Das klingt nicht nur wunderbar!
Das ist auch wunderbar!

15-mal Liebe – und das in nur 6 Versen!
Na dann probieren wir es doch mal in 15 kurzen Gedanken diese Liebe und damit diesen Gott und damit vielleicht auch gleich unser Leben als Christenmenschen zu beschreiben.

Wir sind Geliebte!
Damit geht’s los!
Ist das nicht großartig?
Egal ob verheiratet oder Single, mit oder ohne Trauschein, geschieden oder getrennt, verwitwet oder was auch immer: Wir sind und bleiben Gottes geliebte Geschöpfe! Punkt! Basta!

Und egal in welchem Beziehungsstatus: Nur wer sich geliebt weiß, kann auch Liebe weitergeben, Liebe suchen oder neu finden. So funktionierts! So wird ein Schuh draus!

Denn Liebe ist immer auf ein Gegenüber angewiesen. Auf ein Du! Liebe im luftleeren Raum ergibt keinen Sinn! Liebe braucht einen Adressaten, eine Mitspielerin – eben ein Gegenüber.

Wenn Gott also Liebe ist, dann ist er nicht allein! Dann kann es ihn oder sie nicht solo geben. Dann ist Gott in sich selbst Beziehung und immer mehr und immer größer als nur ein Vater oder eine Mutter, ein Herr oder ein Fels, ein Hirte oder eine Burg oder welche Bilder und Vergleiche wir noch für Gott in der Bibel finden und haben.

5 Punkte hätten wir schon von 15 …

Gottes Liebe hat ein Gesicht! Auch einen Namen! Gottes Liebe wird Mensch. In Jesus Christus zeigt er uns sein Gesicht und tritt mit uns in Kontakt. In seinem Leben und Leiden, in seinem Handeln und Reden, da spiegelt sich immer wieder diese Liebe Gottes zu uns, zu seinen Geschöpfen.

Wer also von Gott erzählen will, der muss von der Liebe erzählen und das sicher auch liebevoll tun. Denn Zwang und Gewalt, die passen dann nicht. Schon gar nicht, wenn man Menschen gewinnen will für diesen liebenden Gott.

Aber wenn das stimmt, dass Gott Liebe ist, dann – so glaube ich - hat jeder Mensch einen Funken Gottes in sich! Einen Funken Liebe, der in uns hineingelegt ist, der gehegt und gepflegt werden will. Ein Funke in uns, der Liebe entflammen will in anderen, im Geliebten, in dem, was wir lieben und gerne tun.

Ach, die Liebe, sie ist wirklich etwas Göttliches.

Diesen Funken Liebe in uns, den gilt es zu finden, ja erst mal wahrzunehmen und dann zu bewahren, zu hegen und zu pflegen. Ein Appell gegen das Abstumpfen ist das, dass mir irgendwann alles egal ist und alle egal werden.

Wer die Liebe in sich spürt und schürt, der kann nicht mehr hartherzig sein und auch nicht mehr unversöhnlich. Dieser Funken Liebe in uns, dieses göttliche Licht, das treibt uns an, das weist uns den Weg, das hilft uns zu leben.

Schon wieder 5 Gedanken! Wir gehen weiter mutig voran …

Die Liebe ist für uns ja erstmal was Romantisches, einmalig, unbeschreiblich. Ein Gefühl, ein Kribbeln im Bauch und in aller Regel auf eine bestimmte Person gerichtet!
Die Liebe, von der der Johannesbrief schreibt ist die Agape, und die hat viel mit dem zu tun, was wir Nächstenliebe nennen.

Mit anderen Worten: es geht zumindest mal um Wertschätzung und Respekt, ja auch so was wir Höflichkeit und um ein altes Wort zu nutzen: um „Anstand“ im Umgang miteinander. Die Agape, sie ist nicht reserviert für den Einen oder die Auserwählte, sondern mit ihr, mit dieser Agape-Liebe gilt es, allen zu begegnen. Allen! Auch denen, die ich gar nicht mag. Die ich noch gar nicht sehe. Die ich nicht kenne.

Stellen sie sich das mal vor:
Am Arbeitsplatz gehen alle respektvoll miteinander um! Chefinnen und Chefs begegnen anderen auf Augenhöhe.
Da hört der eine wirklich der andern zu und versucht zu verstehen.
Da wird ein böser Kommentar nicht gepostet, weil er zu verletzend sein könnte.
Da fragt man erst mal nach, bevor man urteilt.
Da hält es eine Gemeinschaft aus, wenn Menschen eben anders sind.
Da wird gegrüßt und nicht geflucht, gesprochen und nicht geschrien, Lösungen gesucht und nicht verhindert
… oh, wie wunderbar könnte diese Agape-Welt sein!

[Parkplatz für eigene Beispiele, wie Liebe das Leben und unsere Welt verändern kann.]

Aber die Liebe, sie lässt sich nicht befehlen! Auf Kommando zu lieben, das funktioniert einfach nicht. Liebe muss entdeckt werden, sie bricht auf, sie entflammt … aber erzwungen werden kann sie nicht!

Und deshalb bleibt Gottes Liebe auch immer ohnmächtige Liebe! Sie zwingt nicht, sondern lädt ein! Sie befiehlt nicht, sondern gibt ein Vorbild. Sie passiert nicht automatisch, sondern ist immer ein Geschenk, immer Gnade!

15-mal Liebe – und das in nur 6 Versen aus dem 1. Johannesbrief – rekordverdächtig!
Gott ist nun mal Liebe! Und nur die Liebe verändert diese Welt.
Oder wie Paulus es sagen würde: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei! Aber die größte ist die Liebe unter ihnen. AMEN

Verfasser: Pfarrer Bernd Rapp, Rhodt unter Rietburg - Frankweiler


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