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Die nahende Freude

von Manfred Günther (35325 Mücke)

Predigtdatum : 23.12.2001
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : 4. Advent
Textstelle : Jesaja 52,7-10
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Wochenspruch:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil. 4,4.5b)

Psalm: 102,17-23 (EG 741)

Lesungen

Altes Testament:
Jesaja 52,7-10
Epistel:
Philipper 4,4-7
Evangelium:
Lukas 1, (39-45) 46-55 (56)

Liedvorschläge

Eingangslied:
EG 8
Es kommt ein Schiff geladen
Wochenlied:
EG 9,1+3-6
Nun jauchzet, all ihr Frommen
Predigtlied:
EG 6
Ihr lieben Christen, freut euch nun
Schlusslied:
EG 1,4-5
Macht hoch die Tür

7 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! 8 Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. 9 Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. 10 Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Liebe Gemeinde!
Die Zeit der Gefangenschaft in Babylon war vorbei! Der Rest des Volkes durfte nach Jerusalem zurückkehren. Aus Schutt wuchsen neue Häuser. Aus Ruinen und Asche wurde wieder eine schöne Stadt. Und auch den Tempel auf dem Zion bauten sie neu auf. Gott kehrte zurück in sein Heiligtum! Endlich Friede, Freude und Heil dem geschundenen Volk. „Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst!“ - So war das vor rund zweieinhalbtausend Jahren! - Was fangen wir damit an?
Mancher von uns sehnt sich auch nach einer solchen Heilsbotschaft. Was für ein Glück wäre das, wenn einmal einer für uns eine wirklich gute Nachricht hätte - vielleicht so eine:
Dein Leben kommt in Ordnung! All die Bruchstücke, die Fehler, die falschen Wege, die du gegangen bist..., es macht sich, fügt sich zusammen und am Ende wird alles doch gut und rund sein. Mach’ dir keine Sorgen um dein Leben und seinen Ausgang. Es wartet eine Herrlichkeit auf dich, eine ewige Welt ohne Leid, Sünde, Tod und Tränen. Alle Wunden, die dir zugefügt wurden und die du anderen geschlagen hast, werden heil. Deine Schuld wird vergeben. Du darfst ungestraft bleiben und den Kopf aufrecht tragen. Es bleibt kein dunkler Rest von Sünde und Verfehlung. Du bist Gott lieb, so wie du bist.
Oder so eine: Die lebenslange Krankheit, die dich quält, wird endlich von dir genommen. Deine Unzulänglichkeit, die du bei manchen Aufgaben gespürt hast, wird weichen. Die seelische Not, die Sorge, die dich schon Jahre begleitet..., alles kommt zurecht und an sein Ende. Deine Fragen werden beantwortet, deine Klagen erhört und es bessert sich mit dir. Die Last deines Lebens wird leichter, du wirst sehen. Du wirst lachen können und dich freuen.
Und auch nach einer solchen Botschaft sehnen wir uns: Es hat ein Ende mit dem Immer-so-weiter deiner Tage. Es gibt eine Aufgabe für dich, die nur du erfüllen kannst. Dein Leben wird sinnvoll! Du wirst Menschen finden, die gerade dich brauchen. Du darfst die Freude erfahren, anderen nötig zu sein. Du wirst es bald hören können: „Was täte ich ohne dich!“ - „Wenn ich dich nicht hätte!“
Viel ist von diesen guten Nachrichten für uns noch nicht zu hören. Manche Schuld unseres Lebens liegt uns schwer auf der Seele. Die Beschwerden des Leibes, die Nöte unserer unbewältigten Schuld, die Lasten unserer Vergangenheit, die Krankheit, die Behinderung... Und auch von Sinn, von Erfüllung und Aufgaben sehen wir nicht allzuviel! „Seid fröhlich und rühmt miteinander...“ Ist das also doch kein Wort Gottes an uns, für uns?
Liebe Gemeinde, in unseren Zweifeln und unserem Misstrauen hören wir noch einmal hin: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!“ Als die Boten damals von der Freude verkündigt haben, war sie auch noch nicht da. Der Friede, der hier angesagt wird, brauchte noch eine Weile. Das Heil setzte sich erst in der folgenden Zeit sichtbar durch. Aber es fing damals an! Mit diesem Wort konnte es beginnen: Dein Gott ist König! Das war wie das erste kleine Licht, das wir entzünden - aus dem dann ein großes, wärmendes Feuer entsteht. Wie das allererste Wort der Zuneigung, aus der eine lebenslange Liebe wächst. Dein Gott ist König! - Zugegeben, ein kleiner Anfang - aber alles war schon darin enthalten, was dann kam: Gottes Stadt wurde neu gebaut. Sein Tempel wieder errichtet. Die Trümmer wurden fortgeräumt, aus der Asche entstand neues, blühendes Leben: Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Heute hören wir die Freudenbotschaft. Und es ist auch bei uns nicht gleich alles da, was verheißen ist. Aber es wird sich entwickeln. Denn auch für uns ist das wahr: Dein Gott ist König! Er hat Macht über alles, über die Welt, über mein und dein Leben. Er wird in Ordnung bringen, was noch nicht heil ist. Er wird mit starkem Arm richten, was uns bedrückt und den Mut nimmt. Alles, was er dazu von uns haben will, ist Vertrauen! Dein Gott ist König! Die Wächter rufen es schon mit lauter Stimme und rühmen miteinander; und alle Augen werden es sehen!
Gott wird dein Leben richten. Vertraue ihm! Sorge dich nicht, lebe nur. Befiehl deinem Gott deine Schulden an, sag’ ihm im Gebet, was dich beschwert und quält, und sei ganz gewiss: Er nimmt dir alles ab. Du darfst den Kopf heben und wieder aufrecht gehen. Du bist nicht für den Tod, sondern für das Leben bestimmt. Schon hier und heute und einmal ewig. Hab’ keine Angst!
Und die Krankheit, die dich seit Jahren belastet, wird einmal weichen. Aber dein Gott vertröstet dich nicht auf das Jenseits! Schon in diesem Leben wird es dir helfen, das zu wissen: Nur noch auf Zeit, einmal werde ich wieder hergestellt, laufen können, sehen, hören, mich freuen und jubeln... Auch die Not der Seele wird nicht für immer bleiben. Es kommt ein Morgen, an dem du frei bist und staunend wahrnimmst, dass alle Not von dir abgefallen ist. Und auch hier ist es so: Es beginnt schon heute! Auch das Wissen schenkt schon ein Stück Freiheit. Schon der Glaube daran, kann dich trösten. Einmal aber wird alles ganz wahr sein und wirklich. Vertraue darauf!
So verworren dir dein Leben auch heute noch erscheint, Gott will und kann alles entwirren. Er hat Aufträge für dich! Hör nur hin, dann wirst du wissen, wo du gebraucht wirst. Und sei ohne Furcht, was Gott von dir will, das kannst du auch schaffen - in seiner Kraft und seinem Segen. Geh’ den Weg, den dir Gott zeigt, pack’ die Aufgaben an und sei getrost: Du wirst nicht scheitern, vielmehr wird dir gelingen, was du nie für möglich gehalten hast. Gott selbst ist bei dir!
Liebe Gemeinde, als das Volk in der Verbannung damals die gute Botschaft von Heimkehr und Wiederaufbau gehört hat, lagen Stadt und Tempel noch in Trümmern. Aber in ihrer Hoffnung war alles schon wirklich! Aus ihrem Glauben kam ihnen die Kraft, daran mitzutun, dass Gottes Verheißung wahr wurde. Es war die Zuversicht des Volkes Israel, die neues Leben aus den Ruinen wachsen ließ. Es ist das Vertrauen, das Gottes gute Botschaft an uns für uns befreiend, erfahrbar und lebendig machen wird! Dein Gott ist König! Die Wächter rufen es schon mit lauter Stimme und rühmen miteinander; und alle Augen werden es sehen! Amen.

Verfasser: Pfr. Manfred Günther, Lohgasse 11, 35235 Mücke

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