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Gott lässt mich nicht

von Anke Andrea Rheinheimer (Nünschweiler)

Predigtdatum : 25.02.2018
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : Reminiszere
Textstelle : Jesaja 5,1-7
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Wochenspruch:

"Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Süder waren." (Römer 5, 8)

Psalm: 10, 4.11 - 14. 17 – 18 = EG 706



Lesungen

Reihe I: Markus 12, 1 - 12

Reihe II: Römer 5, 1 - 5 (6 - 11)

Reihe III: Matthäus 12, 38 – 42

Reihe IV: Jesaja 5, 1 - 7

Reihe V: Johannes 8 (21 - 26a) 26 b - 30

Reihe VI Hebräer 11, 8 - 10



Liedvorschläge

Eingangslied: EG 262, 1 - 4 Sonne der Gerechtigkeit



Wochenlied: EG 366, 1 - 4 Wenn wir in höchsten Nöten sein

Predigtlied: EG 401, 1.3.6 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht

Schlusslied: EG 663, 1 - 3 Unfriede herrscht auf der Erde





Predigttext Jesaja 5, 1 - 7

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

1 Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe.

2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg!

4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.

6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.





Liebe Gemeinde,



Erde aus der Pfalz, vom vermutlich ältesten Wingert der Pfalz in Rhodt unter Rietburg, war 2000 bei der Expo in Hannover dabei. Seit Jahrhunderten hängen Gewürztraminer-Stöcke des „Rhodter Rosengartens“ Jahr für Jahr voller Trauben. Und bei der Lese von Hand hilft die ganze Winzerfamilie mit, hegt und pflegt diesen uralten Weinberg. Eine 2-Liter-Bodenprobe von diesem Wingert wurde auf der Expo-Weltausstellung zusammen mit 7000 weiteren Proben aus aller Welt Teil des sogenannten „Eine-Erde-Altars“ in einer neuerbauten Holz-kirche in Schneverdingen bei Hannover. Dieser Altar dient als Symbol für die Einheit und die Verbundenheit aller Menschen in dieser Welt, die sich die eine Erde miteinander teilen.



Liebe Brüder und Schwestern, Weinberge sind auch ein wich-tiger Teil der Natur und der Kultur bei uns in der Pfalz, ge-nauer gesagt in der Vorderpfalz. Klangvolle Namen tragen diese Weinberge: so gibt es bei Neustadt an der Weinstraße die Lage „Hambacher Feuer“ oder den „Diedesfelder Para-diesgarten.“ Auch entlang der Saar, der Mosel und des Rheins bedecken Weinberge die Hänge. Die Dichter der Romantik, Clemens Brentano oder Achim von Arnim etwa, haben im Weinland ihre Lieblingslandschaft gefunden. Doch bei aller Naturromantik – Weinberge machen auch viel Arbeit und Mühe, selbst in einem mit modernster Weinbautechnik gut ausgestatteten Weinbaubetrieb. Sie fordern fast das ganze Jahr hindurch Zuwendung – denn Wein ist eine Kulturpflanze, die nicht von allein Erntefrüchte bringt. Weinreben müssen als Kultur erst angelegt und dann gepflegt werden, damit sie wachsen und blühen. Dann bringen sie im Herbst mit den Trauben süße Frucht und leuchten in ihrem bunten Blattwerk in den herrlichsten Farben.



Liebe Gemeinde, um einen Weinberg geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Bilder vom Weinbau begegnen uns, wie sie auch heutigen Winzern noch immer sehr vertraut sind. Aber dieser Weinberg aus Jesaja 5 macht seinem Besitzer – anders als der erwähnte „Rhodter Rosengarten“, der älteste Wingert der Pfalz – wenig Freude; er macht ihn nicht stolz - im Gegenteil! Der Weinbauer in Jesaja 5 hat sich viel Mühe mit seinem Weinberg gemacht, den er auf einer „fetten Höhe“, also in bester Lage angelegt hat. Er pflegt ihn und hegt ihn; gräbt ihn um und entsteint ihn; er beschneidet ihn und hackt ihn. Er baut darin einen Wachturm und schlägt eine Kelter in den Boden, da damals die Trauben noch mit den Füßen gekeltert wurden. Kurzum – der Weinbauer scheut keine Kosten und Mühen, keine Arbeit und keine Investition für seinen Weinberg. Nun kann er hoffen auf reiche Ernte, denkt er. „Hoffen“, dieses Wort kommt im sogenannten Weinberglied in Jesaja 5 immer wieder vor, wie ein roter Fa-den. Der Winzer ist also voller hoffnungsvoller Erwartung, aber er wird doch bitter enttäuscht. Ein kurzer Satz zeigt den Grund seiner Enttäuschung über den Weinberg an, wenn es im Bibeltext heißt: „aber er brachte schlechte Trauben.“ Trotz dieser intensiven Pflege und Hege bringt der Weinberg nur mickrige, Saft arme, saure Beeren hervor. Das gibt keinen rechten Wein, schon gar keinen guten! Alle Mühe war also letztlich vergebliche Liebesmühe. - Wer wäre da nicht bitter enttäuscht?! Und so verwundert es nicht, dass der Winzer zornig wird. Hat er etwa nicht genug getan? Was soll er denn noch tun? Resigniert überlässt er den Weinberg sich selbst: er beschneidet ihn nicht mehr und hackt ihn nicht mehr. Er lässt ihn links liegen. – Eine menschlich verständliche Reak-tion!



Liebe Gemeinde, da macht sie einer Mühe und Arbeit und erntet am Ende doch nichts. So eine Enttäuschung kann bitter wehtun. Würde es uns nicht genauso gehen an seiner Stelle? Wenn man viel Kraft und Zeit in eine Sache gesteckt hat, sich mit ganzer Kraft für ein Projekt eingesetzt hat, z.B. im Beruf, in der Firma, aber dieser Einsatz wird überhaupt nicht beachtet, sondern nur mit Desinteresse quittiert und am Ende komme nichts dabei heraus, kein Erfolg, kein Dank, kein Lohn – wären wir da nicht auch bitter enttäuscht? Oder man hat sich um einen Menschen besonders bemüht, sich für ihn eingesetzt und muss auf einmal feststellen: es kommt absolut nichts zurück, kein Dank, keine Reaktion, keine Erwiderung, stattdessen Ignoranz und die kalte Schulter - tut das nicht verdammt weh? Vergebliche Liebesmühe ist menschlich enttäuschend. Angesichts solcher frustrierenden Vergeblichkeitserfahrungen und enttäuschter Hoffnungen kann man schon mal zornig werden und sich fragen: Was soll ich noch tun? Ich habe doch schon alles versucht!



Liebe Gemeinde, spätestens hier fingen die Zuhörer des Pro-pheten Jesaja damals an zu merken, dass es darin noch um etwas anders geht als um die vordergründige, landwirt-schaftliche Seite. Sie ahnten langsam, wer der Weingärtner ist, von dessen enttäuschter Liebe das Lied erzählt. Und der tiefere Sinn, also die Deutung der Geschichte, wird uns im Text tatsächlich gleich mitgegeben: Der Weinberg und sein Besitzer, das ist ein Bild, ein Gleichnis für die Beziehung Gottes zu seinem Volk, seinem geliebten Eigentum, das er hegt und pflegt, dem er es an nichts fehlen lässt. Gott liebt sein Volk, er führt es, begleitete es, hat ihm Heimat gegeben und Wohlstand – und wird doch zutiefst enttäuscht von ihm, weil es sich von ihm und seinen guten Wegen abwendet. Die zutiefst enttäuschte Liebe Gottes über sein undankbares, widerspenstiges Volk – darum geht es im Lied vom unfrucht-baren Weinberg.



Um zu verstehen, vor welchem geschichtlichen Hintergrund dieses Lied ursprünglich entstanden ist, müssen wir mehr als 2800 Jahre zurückgehen. Nach allem was wir wissen, hat der Prophet Jesaja im 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Jerusalem gelebt. Seine Wirksamkeit begann in einer Zeit relativer politischer Ruhe und wirtschaftlicher Stabilität und Prosperität, aber diese Phase bracht nicht für alle Menschen in Juda Wohlstand und ein gutes Auskommen mit sich. Während die politische Oberschicht sich bereicherte, verarm-te ein Großteil der Landbevölkerung. Gerissene Großgrund-besitzer reihten Haus an Haus und rissen sich Acker um Acker unter den Nagel, während die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Kleinbauern, Landlosen und Tagelöhner, die Armen, die Witwen und Waisen ihre materielle Existenz-grundlage verloren und vielerorts in Schuldknechtschaft gerieten.



Nicht gut war es auch um die öffentliche Moral bestellt: Be-stechung, Korruption und Übervorteilung waren an der Tagesordnung; Recht und Gesetz wurden mit Füßen getre-ten; Habgier und Trunksucht grassierten in der Führungs-schicht. Auf diese bedenkliche Entwicklung reagierte Jesaja mit seiner eindringlichen Sozialkritik. Und er verpackte sie hier überaus geschickt in einem Lied, das er bei einem Wein-lesefest, also vor Publikum, vielleicht zum Klang einer Laute oder Zither vorgetragen hat.



Stellen wir uns für einen Moment vor, was da wohl vor sich gegangen sein mag bei diesem Fest: Die Stimmung war gut, vielleicht sogar ausgelassen, wie das auf Weinfesten so ist – denn auch die alten Israeliten verstanden es nicht nur, guten Wein zu machen, sondern sie feierten auch gerne. Da erhebt sich der noch unbekannte Prophet und hebt an zu singen von seinem Freund und dessen Schatz, dem Weinberg.



In den Ohren der weinseligen Zuhörerschaft klingt das an-fangs fast wie ein Liebeslied, was er da singt, denn im Alten Testament stehen Weinberg und Weinbauer oft für Braut und Bräutigam. Wer hört da nicht gerne zu, wenn es um die Liebe geht und verspricht, romantisch und „zweideutig“ zu werden? Erst im weiteren Verlauf des munter daherkommenden Liebesliedchens haben die Zuhörer damals gemerkt, was Jesajas eigentliche Absicht mit seinem Lied ist: harsche und schonungslose Kritik an den himmelschreienden sozialen und politischen Zuständen im damaligen Israel, das doch Gottes erwähltes Volk ist.



Eine faustharte Anklage hat Jesaja also in dieses eingängige, leicht anzügliche Lied verpackt! Der Prophet klagt seine Zu-hörer, die reichen Bürger Jerusalems und Judas, an, gegen Gottes Willen zu verstoßen, wenn er ihnen auf den Kopf zu-sagt: „Er [Gott] wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.“



Jesaja hält den korrupten und gewissenlosen fetten Bürgern, den Großgrundbesitzern und der Oberschicht quasi den Spie-gel vor; er lässt sie über sich selbst richten. Sie hören zu-nächst die Geschichte vom unfruchtbaren Weinberg und könnten laut gerufen haben: „Recht hat er, der Winzer, zor-nig zu sein! Alle Geduld hat einmal ein Ende, wenn doch nichts dabei herauskommt. Wenn alle Liebesmühe vergeblich ist, dann hat es der Weinberg nicht anders verdient, als bestraft zu werden, sich selbst überlassen zu werden.“



Anfangs werden sie wohl gar nicht gemerkt haben, dass sie sich damit ihr eigenes Urteil sprechen als Erwählte und Eigentum Gottes. Denn erst im weiteren Verlauf des Liedes gibt Jesaja die überraschende Auflösung preis: Der Weinberg, der nur schlechte Trauben hervorbringt, das seid ihr! Ihr selbst seid gemeint mit dem unfruchtbaren Weinberg. Ihr bringt lauter faule Trauben, lauter Schlechtigkeit hervor!



Es ist ein gelungener Kunstgriff von Jesaja, seine Gesell-schaftskritik in diese Form zu kleiden und rhetorisch überaus geschickt. Denn nur so hatte er überhaupt die Chance, gehört zu werden. Hätte Jesaja den reichen Bürgern Judas und Jeru-salems nur eine Standpauke oder eine lange Bußpredigt gehalten – kein Mensch hätte ihm zugehört auf dem fröh-lichen Fest. Hinausgeworfen hätten sie den Propheten und als Miesmacher beschimpft, der mit seinen Moralpredigten den anderen die gute Laune verdirbt! - Aber so haben sie zugehört und sich am Ende selbst das Urteil gesprochen für ihr falsches Verhalten und ihren Undank gegenüber Gott. Das Lachen ist ihnen schnell im Halse stecken geblieben.



Gott hat sein Volk reich gesegnet, den Israeliten ein üppiges Land geschenkt, das alle versorgen könnte, aber sie schaffen es nicht, eine gerechte Sozialordnung einzurichten. Die Schere zwischen arm und reich ging immer weiter auseinan-der. Gott hat seinem Volk alle Möglichkeiten gegeben, in allen Bevölkerungsteilen zu prosperieren, aber viele der Reichen brachen Recht und Gesetz auf Kosten der Schwachen.



Liebe Gemeinde, langsam merken wir, wie das Weinberglied anfängt, auch in unsere Zeit hineinzusprechen. Der unfrucht-bare Weinberg – eine Warnung für jede Gesellschaft, die statt guter Trauben für jeden viele faule Früchte hervorbringt. Wir hier, in Deutschland, mitten in Westeuropa, leben in einem der reichsten Länder der Welt. Unser Gemeinwesen ist an sich gut organisiert und aufgestellt, aber auch bei uns gibt es im-mer mehr Wohlstandsverlierer.



Auch bei uns geht die soziale Schere immer weiter auseinander. Die Zahl der Menschen in prekären Arbeitsver-hältnissen nimmt zu, die zwar 40, 50 Stunden die Woche hart arbeiten, aber trotzdem kaum über die Runden kommen, weil die Mieten horrend hoch und die allgemeinen Lebenshal-tungskosten besonders in den Ballungszentren kaum mehr zu finanzieren sind. Gleichzeitig missachten einflussreiche Kon-zernchefs Recht und Gesetz um ihres eigenen Vorteils und Reibachs willen. Und etliche politische Machthaber unserer Tage in verschiedenen Ländern hebeln sogar die Justiz und die Medien, die kritischen Instanzen der Zivilgesellschaft, regelrecht aus, um sich uneingeschränkte Macht zu verschaf-fen.



Da ist manche faule Traube dabei, würde ich sagen! Die so-ziale und politische Kritik Jesajas und zahlreicher anderer prophetischer Texte im Alten Testament hat nichts an ihrer Aktualität verloren, auch heute nicht. Sie haben die wichtige Funktion, auf politische Fehlentwicklungen und soziale Miss-stände aufmerksam zu machen und auf die Einhaltung von Rechtstaatlichkeit zu pochen, wo immer die Gefahr der Er-schütterung und Erosion der moralischen und politischen Kultur besteht.



Für den Propheten Jesaja hat dieses Pochen auf Recht und Gerechtigkeit fundamental etwas mit Gott zu tun. Gott wird von ihm nicht als der ferne, unbeteiligte Gott gedacht, den das alles nichts angeht, sondern als der liebende, leiden-schaftlich um sein Volk, den Weinberg, bemühte Gott, der auf gute Frucht hofft und doch enttäuscht wird. Es ist ihm nicht egal wie sich die Menschen zueinander verhalten, denn wie kann jemand, der dem Schwachen Böses tut und die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens missachtet, in einem guten Verhältnis zu Gott, stehen? Gott und seinen Nächsten gilt es zu lieben und zu ehren.



Aber – Gott sei Dank! – die strenge Gerichtsrede Jesajas will ja am Ende nicht den Zorn Gottes festschreiben, sondern sie ist Mahnung umzukehren und Einladung, dem Liebeswillen Gottes wieder gerecht zu werden. Der strenge, manchmal enttäuschte Gott bleibt immer der liebende Gott, dessen Herz an seinem Weinberg hängt, trotz allem.



Die Enttäuschung macht seine Liebe nicht zunichte. Der Weinberg ist und bleibt die Pflanzung seiner Freude. Und deswegen gibt es im Buch des Propheten Jesaja neben sol-chen Gerichtstexten immer wieder Heilstexte, heilvolle Ver-heißungen von überwältigender Kraft. Dem Aufweis der Schuld folgt bei Jesaja die Ankündigung der Wiederher-stellung, denn im letzten will er sein Volk zur Umkehr rufen. Kehret um, kehret um und ihr werdet leben! Es gibt trotz allem Schlechten die Hoffnung auf Zukunft. So kommt es, dass uns im Fortgang des Jesaja-Buches, in Jesaja 27 ein weiteres Weinberglied begegnet, aber diesmal eines mit unglaublich tröstendem Charakter, wenn es dort heißt: „Zu der Zeit wird es heißen: Lieblicher Weinberg, singet ihm zu! Ich, der Herr, behüte ihn und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten.“ (Jes 27, 2 f.)



Gottes Zorn ist nicht ohne seine Gnade zu denken. Worauf wir hoffen dürfen ist, dass Gott seine Welt nicht gänzlich sich selbst überlassen hat. Er hat uns Menschen Freiheit gegeben, und das schließt eben auch die Freiheit zum Bösen mit ein, die Möglichkeit, faule Früchte hervorzubringen, statt gute. Aber Gott bleibt in Beziehung zu seinem Volk, seiner Pflan-zung der Freude, an der sein Herz hängt. Seine Gnade ist größer als sein Zorn.



Das ist auch die Botschaft der Passionszeit, in der wir uns gerade kirchenjahreszeitlich befinden. Wir gehen auf Ostern zu und erinnern uns an den Weg Jesu, Gottes Sohn, der wie der Wochenspruch sagt, für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Bei Gott ist Vergebung und Hoffnung. Trotz allen menschlichen Fehlverhaltens hält und trägt uns seine Liebe, die uns von Schuld befreit und neue Lebensmög-lichkeiten schenkt durch Christus, seinen Sohn, der von sich selbst sagt: „Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ (Joh 15, 5)

Amen



Verfasserin: Pfarrerin Anke Andrea Rheinheimer

Kirchenstraße 7, 66989 Nünschweiler

Herausgegeben vom

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