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Gottes Glanz, gebrochen im Menschlichen

von Hartmut Fritz (71229 Leonberg)

Predigtdatum : 17.01.2016
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : 4. Sonntag vor der Passionszeit
Textstelle : 2. Korinther 4,6-10
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Wochenspruch:
"Über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir." (Jesaja 60, 2)

Psalm: 97

Lesungen
Altes Testament: 2. Mose 3, 1 - 10 (11 - 14)

Epistel: 2. Korinther 4, 6 - 10

Evangelium: Matthäus 17, 1 - 9

Liedvorschläge
Eingangslied: EG 69, 1 - 4 Der Morgenstern ist aufgedrungen
Wochenlied: EG 67, 1 – 4 Herr Christ, der einig Gotts Sohn
Predigtlied: EG 661, 1 – 4 Ich glaube fest, dass alles anders wird
Schlusslied: EG 592, 1 – 3 + 7 Licht, das in die Welt gekommen


Eingangsgebet
Ja, guter, menschenfreundlicher Gott,
du bist unsere Zuversicht. Du bist die wahre Sonne der Welt, die immer aufgeht und niemals unter; du belebst alles durch dein tröstliches Kommen und erfüllst uns mit Freude.

Wir bitten dich: Scheine barmherzig in unsere Herzen, dass die dunkle Nacht weicht und unser Leben hell wird in deinem Licht. Mach dein Wort lebendig unter uns, dass es unsere Herzen trifft und erneuert, ermutigt und tröstet – ein Licht auf unserem Weg.
Amen
(nach Kirchengebete 1.4.101)

Fürbittengebet
eventuell unterbrochen durch den Ruf
„Komm, göttliches Licht“ – EG 575

– Guter Gott, eine andere Herrlichkeit hast du uns gezeigt als den Glanz der Mächtigen und den Sieg der Gewalt. Wo wir dich als schwach erfahren, setzt du dich durch. Wo wir bedrängt werden, gibst du uns Raum.
– Wir bitten dich für alle, die aus ständiger Sorge um ihr eigenes Fortkommen und ihren Erfolg unempfindlich geworden sind für ihre Mitmenschen.
– Wir bitten dich für die, die deinen Willen begreifen und unsere Welt auf den Weg bringen wollen, der zum Frieden führt. Wir bitten dich auch für die, die dabei mutlos werden, denen das Licht der Hoffnung erlischt, weil sie deine Herrlichkeit nicht mehr sehen.
– Wir bitten dich für die, die bereit sind, mit dir zu leiden, den Teufelskreis von Hass und Gewalt zu durchbrechen, die der Kraft der Liebe mehr zutrauen als dem Aufrechnen der Gerechtigkeit.
– Wir bitten dich für alle Menschen in den Krisen- und Kriegsgebieten unserer Zeit. Wir bitten dich für die, die du erreichen willst mit deinem Licht und denen ihr Leben verdunkelt ist. Lass uns und sie alle nicht verzagen, sondern darin umso klarer erkennen, dass du die Quelle des Lebens bist, Licht, um unsere Welt hell zu machen.
Amen
(nach H.C. Knuth (Hg.), Höre uns, Herr!, S.46)

Hinführung
Zwei Predigt-Perikopen sind es, die Verse vom Anfang des 4. Kapitels des 2. Korintherbriefs aufnehmen, und beide sind für die Epiphanias-Zeit vorgesehen: zum einen der Text 2. Korinther 4, 1 - 6 (vorgesehen für den Epiphanias-Sonn-tag in der 6. Reihe); zum anderen der Text 2. Korinther 4, 6 - 10 (vorgesehen für den Letzten Sonntag nach Epiphanias in der 2. Reihe).

Der Schnittpunkt beider Predigt-Texte, das Scharnier für den Anfang und das Ende der Epiphanias-Zeit, das Signal-Wort für das Ende des Weihnachts-Festkreises besteht in dem schönen Wort in V. 6: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“

Das Licht, das uns Gott in der Weihnachtsnacht an der Krippe von Bethlehem angezündet hat, soll einleuchten, soll im besten Sinne heimleuchten, soll hineinleuchten in unsere ganze Welt; es will uns Christenmenschen zu Licht- und Hoffnungsträgern machen. Davon spricht dann die Fortsetzung, die auf dieses schöne Licht-Wort in V. 6 folgt. Der so-genannte „Peristasenkatalog“ (Aufzählung der Leiden) in V. 8 + 9 (vgl. auch 11, 23 – 30) thematisiert nicht eine unerschütterliche, stoische Ruhe angesichts von Leiden und Widrigkeiten, sondern die Hilfe und die Kraft Gottes, die in den Schwachen mächtig ist (12, 9) und die dem Apostel eine Durch- und Weiterführung seines Dienstes ermöglicht.

Gliederung
Mein Predigt-Vorschlag gliedert sich (nach dem Hinweis auf die Überschrift und das Signal-Wort in V. 6) in drei Schritte:
Das Leben und Wirken eines Christenmenschen ist geprägt und bestimmt, es ist gekennzeichnet und ausgezeichnet da-durch, dass es
1. zerbrechlich …
2. … aber nicht zerbrochen ist,
3. sondern gespiegelt und gehalten im Geschick Jesu Christi.

Ziel
Der Zielpunkt der Predigt ist für mich:
Gott will uns Menschen, er (ge)braucht Menschen als seine Werkzeuge. Gott geht das Risiko ein und lässt seine Kraft wirksam werden in Menschen und durch Menschen, die bald tapfer, bald verzagt, bald hoffnungsfroh und bald müde sind. Er will, dass seine Kraft, die „nicht von uns“ (V. 7) ist, „durch uns“ (V. 6) zu erfahren ist, dass sein Ziel mit dieser Welt das Reich ohne Leid und Geschrei und Schmerzen ist. Die Hoffnung darauf ist die Kraft, aus der wir mit Paulus sprechen können: „Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.“ (V. 8)

Hinweis
Wer möchte, kann den Schluss der Predigt alternativ mit dem „Glaubensbekenntnis“ von Dietrich Bonhoeffer gestalten, an dessen 110. Geburtstag wir am 4. Februar denken:

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum (Schicksal) ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“
Predigt
Liebe Gemeinde,

es sind große Worte, die wir gehört haben: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben…“

Heute stehen wir mit diesem Sonntag noch im Weihnachtsfestkreis. Und es ist wie am ersten Christtag, wo das Licht von Weihnachten leuchtet, schwach und doch alle Herzen gewaltlos bezwingend, und wo es heißt:

„Das Wort nahm menschliche Gestalt an, und wir sahen seine Herrlichkeit“. Und es ist wie am ersten Schöpfungstag: durch Gottes Wort wird das Licht, und in diesem Licht leuchtet nun in dem Dunkel der Welt das Angesicht Jesu Christi auf, als spiegele es die Herrlichkeit Gottes wider. Licht vom Licht, so ist das Evangelium, und es ist wie ein Wunder, dass sich dies wiederholen kann und soll in einem Menschenherzen.

Und wir merken: Paulus spricht da von einem Geheimnis, das unsere Hände nicht entfalten können und unser Verstand nicht erklären soll. Hinter ihnen steht ein leidenschaftliches Ringen um eine Gemeinde. Bis heute ist zu spüren, wie der Apostel versucht, den Korinthern deutlich zu machen: Das Evangelium läuft anders durch die Welt als die Befehle der Kaiser und die Worte der Philosophen und die Beteuerungen der Politiker, anders auch als die hehren Forderungen der Moralisten. Und dieses Licht-Wort gilt zu allen Zeiten, ein für allemal, deshalb auch für uns in unserer heutigen Zeit.

Licht vom Licht. Können wir das so uneingeschränkt sagen, wenn uns anderes vor Augen steht und in den Sinn kommt: nicht das Licht vertreibt die Finsternis, sondern gerade umgekehrt: die Finsternis scheint sich allenthalben auszubreiten und durchzusetzen! Kann man sich seines Lebens noch freuen, wenn um uns herum die Welt brennt? Kann man sich seines Lebens noch freuen, wenn so viel Leid in der Welt ist und wenn es immer schwerer ist, diesem Leid aus dem Wege zu gehen? Längst sind es nicht mehr Reisen in andere Länder, die uns mit der Realität von Not und Armut konfrontieren. Menschen kommen hierher und sind schon hier, und das in großen Zahlen. Weil sie vor Krieg und Gewalt fliehen. Weil sie angesichts der Not in ihrem eigenen Land nichts mehr zu verlieren haben. Und weil sie selbst die größten Gefahren nicht scheuen, um dieser Not zu entfliehen.

Paulus versucht zu sagen, wie das ist, wenn Gottes Erbarmen einen Menschen erreicht und ihn zu seinem Zeugen macht mitten in dieser Welt; wie das aussieht, wenn Gottes Herrlichkeit selbst eine so fragwürdige Gestalt, wie sie Paulus in den Augen der Korinther war, zu einem Lichtträger und zu einem Hoffnungsträger in einer dunklen und manchmal hoffnungslos erscheinenden Welt macht.

Mit drei Beobachtungen wollen wir Zugang finden zu den Erfahrungen und Erkenntnissen, die Paulus hier von seiner Glaubensexistenz her beschreibt. Vielleicht werden wir sehen, wie sich da von Mal zu Mal der Horizont weitet, in den auch ein kleines Leben eingezeichnet ist.

1. zerbrechlich …
„Wir haben solchen Schatz in irdenen Gefäßen, damit deutlich bleibt: die überschwängliche Kraft kommt von Gott und nicht von uns.“

Das ist die erste Erkenntnis: Gott braucht Menschen, normale, gefährdete, zerbrechliche, empfindsame und empfindliche Menschen, wie wir es sind. Er baut keine Pyramiden in dieser Welt, die die Jahrtausende überdauern. Er baut keine Reiche in dieser Welt, um die Massen auf diese Weise zu zwingen. Er vertraut sein Erbarmen, den kostbaren Schatz des Evangeliums, Menschen an, Leuten, wie wir es sind. Er gibt sein Wort in ein zerbrechliches, gefährdetes Leben hinein, in die Hand von Menschen, die am Morgen voller Zuversicht sind und am Abend verzagt. Er riskiert es, dass viele darüber spotten und andere darüber verzweifeln, dass er nicht imponierender auftritt in dieser Welt. „Erfolg ist keiner der Namen Gottes“, hat uns der jüdische Philosoph Martin Buber ins Stammbuch geschrieben.

„Irdene Gefäße“, steht hier; obwohl wir doch das Kreuz machen vor allem, was nicht Hand und Fuß hat und nur auf tönernen Füßen steht. Irdene Gefäße: keine extra-edlen Formen, kein Schliff und kein besonderer Stil, keine besondere Verzierung, schon gar nicht eine Mogelpackung, die mehr verspricht, als der Inhalt hergibt und die den Inhalt nicht preisgibt: Gefäße aus der Hand des Töpfers, Gefäße aus Ton, aus dem Material, das die Erde ist: von Erde bist du genommen, zu Erde wirst du wieder werden; Gebrauchsgegenstände, die ihren Dienst tun, solange sie nicht zerbrochen sind.

Man muss nicht Hausfrau sein, um zu verstehen, was da in der lateinischen Übersetzung steht: „Vasen“ sind diese Gefäße, zerbrechliche Vasen. Eine ungeschickte Handbewegung, ein leichter Stoß, und sie sind am Boden und in Stücken. Kein Mensch würde auf den Gedanken kommen, in einer schmucklosen, zerbrechlichen Vase einen kostbaren Schatz aufzubewahren oder über Land zu schicken.

Aber so merkwürdig dieses Bild ist, so ist die Sache auch. Der kostbare Schatz in der verhältnismäßig unscheinbaren Vase ist jemandem anvertraut, der mir vielleicht gar nicht sympathisch ist. Ich stelle mir vor, wie verdirbt, was er eigentlich bewahren und weitergeben sollte.

Unserer Kirche ist das Evangelium anvertraut, obwohl es ihr in ihrer Geschichte nur zu einem kleinen Teil gelungen ist, es unter die Leute zu bringen: freundlich, einladend, verständnisvoll, hilfreich, mutig und deutlich.

Paulus sagt: Daran soll deutlich werden, dass die Kraft, die alles Maß übersteigt, „nicht von uns“, nicht aus uns kommt. Sie wird aber weitergereicht „durch uns“, durch zerbrechliche und gebrechliche Naturen, durch Menschen in ihrem Wankelmut, mit ihren redlichen Bemühungen und ihren chronischen Unzulänglichkeiten.

2. … aber nicht zerbrochen
Zählt man zusammen, was Paulus in den paar folgenden Versen von dem Geschick der Zeugen sagt, dann ergibt sich ein spannungsreiches Bild.

Einigermaßen in unsere Sprache übersetzt, heißt das: Wir sind ständig in Schwierigkeiten. Wir wissen oft keinen Ausweg. Christen werden manchmal angeschaut, als ob sie von einem fremden Stern kämen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich dann: Der Glanz ist weg, und der Lack ist ab. Wir sind Menschen mit ihren Rissen und Brüchen – gar schon zerbrochen oder in Scherben?

Das ist keine vorzeigbare Bilanz der Licht- und Hoffnungsträger Gottes. Ehrlicherweise werden wir dann auch sagen: nicht alles trifft uns heute, was Paulus da selber am eigenen Leib, erleben und vor allem auch erleiden musste, wahrhaftig nicht. Und wir wollen auch nicht wehleidig sein. Nicht jeder Schnupfen ist schon ein Leiden, und nicht jede Widerwärtigkeit schon eine Christenverfolgung. Manche meinen ja sogar, man räume der Kirche unberechtigterweise Vorzugszinsen ein.

Merkwürdig: immer begegnet uns das auch in menschlicher Gestalt und in menschlichen Gestalten. Gott im Himmel wäre schon recht und auch Jesus überzeugend, sagen manche, – nur sein „Bodenpersonal“ sei halt nicht danach. Wer mit Aufmerksamkeit auf den Weg der Kirche achtet, wird einiges wiederfinden in dem, was der Apostel schreibt: ständig in Problemen und oft ohne rechte Antwort und klaren Weg; ständig nach Rücksichten oder gar nach Vorteil schielend und doch manchmal ohne deutliches Wort; - ohne deutliches Wort, wenn es darum geht, Ursachen und Verursacher zu benennen, wenn trotz unseres Wohlstandes die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht.

Aber nun beklagt Paulus nicht nur sein eigenes schwaches und wenig attraktives Leben, voller Skrupel und Widersprüche. Erstaunlicherweise weiß er auch noch etwas anderes zu sagen. Man wagt es kaum aufzuzählen. Nicht nur: wir sind ständig in Not und ohne Ausweg, sondern auch: wir bekommen dabei auch die Kraft, nicht aufzugeben. Nicht nur: wir stehen oft allein, sondern auch: wir stehen auf und merken, wir sind nicht allein. Paulus sagt von sich: oft bin ich in bedrückender Lage, aber doch nicht erdrückt; ausweglos, aber nicht aussichtslos, verfolgt, aber nicht verlassen; am Boden, aber nicht am Boden zerstört, zerbrechlich, aber nicht zerbrochen. Und endlich: wir sind kraftlos, wir werden aber nicht müde. Das Letztere mag besonders eindrücklich sein, weil die Müdigkeit in der Christenheit, jedenfalls da, wo wir leben, umläuft und uns immer wieder zu lähmen scheint.

Was stimmt denn nun, das eine oder das andere?

Beides stimmt, das eine nicht ohne das andere. Das ist die Antwort des Apostels. Es stimmt darum, weil Christen nicht mehr allein leben, nicht mehr nur auf sich selbst gestellt sind, nicht mehr nur in eigener Kraft ihre Tage zu bestehen haben. Deshalb die dritte Beobachtung:

3. Unser Leben ist gespiegelt und gehalten im Geschick Jesu Christi.
Gott hat nicht nur sein Evangelium in ihr armseliges, zerbrechliches Wesen gegeben, er hat sie zugleich aufs engste verbunden mit Jesus von Nazareth, mit dem Sterben und Leben Jesu Christi. Unauflöslich ist nun sein und unser Geschick verbunden mit dem seinen. Womit, meinen wir sonst, ist unser Schicksal verbunden? Worauf kommt es uns sonst an, woran hängt sonst unser Leben, wovon hängt es ab? Paulus sagt: im letzten ist unser Leben, auch unsere Kirche, mit dem Geschick Jesu verbunden.
„Denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch neben sich stellen wird.“ Das sind große Worte, und wir sind nicht der Apostel Paulus. Trotzdem gelten diese großen Worte auch unserem kleinen Leben. Und ein jeder und eine jede soll den Mut haben, sie zu übersetzen in den Tag hinein, der heute ist, und der morgen wieder manche Mühe mit sich bringen wird. Niemandem ist die Mühe erspart, und niemand hat die Verheißung als Christenmensch, dass alles glatt geht, dass alles rund läuft im Leben. Aber es ist eine andere Sache, mit dem Geschick Jesu verbunden zu sein, als allein und nur auf sich allein gestellt zu sein. Denn unser Leben ist eingezeichnet in einen größeren und weiteren Horizont.

Wir wollen das Geheimnis bewahren; denn das ist eine so ungeheure Kostbarkeit, dass unser Leben aufgehoben ist in einem anderen, so dass man auch in kleinen Stücken davon zehren kann, ohne fürchten zu müssen, es reiche nicht für den nächsten Tag. Wer ernst nimmt, was da geschieht, der mag wohl auch eines Tages sehen, wovon der Apostel schreibt – dass eigenes Erfahren und Erleben Frucht bringt, für einen selber, für andere, und aus einem Reichtum kommt, der nicht aus uns selber ist. „Denn Gott ist als heller Schein in unseren Herzen aufgegangen.“ Und von Franz von Assisi stammt das schöne Wort: „Auch schon ein kleines Licht kann das Dunkel erhellen.“

So gefährdet, liebe Gemeinde, und so armselig, so erfreulich und so tröstlich kann ein Christenleben sein: Licht vom Licht. Licht, das sich auch noch auf zerbrochenen Scherben spiegelt, das gebrochen und entfaltet wird in vielerlei Farben und so von dort aus weitergetragen wird.
Amen


Verfasser: Dekan a. D. Dr. Hartmut Fritz
Schlossstraße 25/1, 71229 Leonberg


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