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Heilung an Leib und Seele

von

Predigtdatum : 10.10.2010
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : 19. Sonntag nach Trinitatis
Textstelle : Epheser 4,22-32
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Wochenspruch:



"Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen." (Jeremia 17, 14)



Psalm: 32, 1 - 5.10 - 10 (EG 717)



Lesungen



Altes Testament:

2. Mose 34, 4 - 10

Epistel:

Epheser 4 - 22 - 32

Evangelium:

Markus 2, 1 - 12



Liedvorschläge



Eingangslied:

EG 440

All Morgen ist ganz frisch und neu

Wochenlied:

EG 320

Nun lasst uns Gott dem Herren

Predigtlied:

EG 390

Erneure mich, o ewigs Licht

Schlusslied:

EG 404

Herr Jesu, Gnadensonne



Heilung - Schon der Wochenspruch legt es nahe "Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir geholfen." (Jeremia 17, 14) - es geht bei diesem 19. Sonntag nach Trinitatis um das Thema „Gott heilt Leib und Seele - wir leben von Vergebung“. Das Evangelium von der Heilung des Gichtbrüchigen, der von seinen vier Freunden zu Jesus getragen wird, entspricht dieser Aussage. Die alttestamentliche Lesung betont den Bundesschluss Gottes mit seinem Volk Israel bei der Übergabe der 10 Gebote (2. Mose 34, 4 - 10). Heilung wird auch wieder in der Epistel aus dem Jakobusbrief zum Thema, die das Gebet für die Kranken in der Gemeinde beschreibt.

„Legt ab den alten Menschen… und zieht an den neuen Menschen.“ (V22.24) trifft den Skopus des Textes. Heil werden wir eben auch dadurch, dass wir „Altes“, was einem Leben mit Christus nicht entspricht ablegen und dafür „Neues“ anziehen, das zu einem Leben mit Jesus passt. Hintergrund für diese Bildrede ist die Taufszenerie, bei der der Täufling seine alten Kleider ablegte und mit neuen weißen Kleidern angetan wurde. Weiß als Zeichen der Reinheit und des Neuanfangs. Erinnert werden wir an Römer 6,1-11, wo Paulus beschreibt, wie beim Untertauchen der Taufe der Täufling in das Begrabensein mit Christus hineingenommen wird und beim Auftauchen mit der Hoffnung auf neues ewiges Leben mit Christus verbunden wird.



Ich werde an eine Aussage Luther erinnert: „Man muss den alten Adam täglich ersäufen. Aber pass auf, das Biest kann schwimmen.“ Gemeint ist damit: Das neue Leben mit Christus ist in unserer Erfahrung nicht so weiß, wie das neue Taufkleid. Es bekommt wieder Flecken. Immer wieder haben wir mit Verhaltens- und Denkweisen im eigenen Leben zu tun, die dem alten Leben und nicht dem neuen Leben in Christus entsprechen. Es ist wichtig für diese Verhaltensweisen und Denkmuster das Auge zu schärfen und die Bereitschaft aufzubringen, Änderung zu wollen. Altes zu lassen, Neues auszuprobieren.



Der Text wirkt zum einen einfach, zum anderen erschlagend. Einfach – als ob es so leicht wäre das eigene Leben zu ändern, so wie man einfach die Kleider wechselt. Ganz so einfach ist es doch auch nicht. Jeder, der es probiert: mehr Sport treiben, mehr Ruhe ins Leben zu bringen, Nein sagen wo es nötig ist, sich nicht abhängig machen von der Meinung anderer,… wird Gewahr, wie schwer das ist. Erschlagend wirkt der Text – weil die Aufzählungen von negativen Verhaltensweisen einem die Luft wegnehmen.



Ich entscheide mich für meine Predigt das Bild vom Ablegen der alten und Anlegen der neuen Kleidung nutzbar zu machen – verschränke es mit Erfahrungen des Alltags und manchen filmischen Beiträgen (der „Hauptmann von Köpenick“, „Pretty Woman“ man könnte andere ergänzen wie „Yentl“)



Wie begegne ich der Fülle, der im Text aufgezählten Verhaltensweisen? Das im Text liegende Bild führt mich zu dem Gedanken, dass man nie alle oder mehrer Kleider zur gleichen Zeit anzieht, sondern eine Auswahl trifft. An einer Stelle des Lebens an sich zu arbeiten ist viel verheißungsvoller als eine Generalinventur zu machen und angesichts der Fülle des Wahrgenommenen die Fahne einzuholen.



Ich möchte den Predigthörer einladen, für sich ein Kleidungsstück (eine Verhaltensweise) zu entdecken, die er oder sie für sich ausprobieren möchte. Denn: Kleider machen Leute.



Die Überschriften dienen der Gliederung und werden nicht vorgelesen.



Liebe Gemeinde,



1. Kleider machen Leute



„Kleider machen Leute“ – in unzähligen Filmen wird uns das Thema vorgeführt. Ob das der „Hauptmann von Köpenick“ ist, wo aus dem entlassenen Strafgefangenen Wilhelm Voigt ein Hauptmann wird oder „Pretty Woman“, wo durch den wirklich liebevollen Blick eines Mannes ein Mädchen von der Straße zu einer Dame wird, die sich elegant kleidet. Mit der Kleidung verändert sich die Welt für Wilhelm Voigt und Vivian Ward. Menschen begegnen ihnen anders, respektvoller, übersehen sie nicht mehr, nehmen sie ernst. Die Kleider machen etwas mit diesen Menschen. Sie verändern, ja erheben den Blick. Julia Roberts in Pretty Woman und Heinz Rühmann im Hauptmann von Köpenick, treten mit dem Kleiderwechsel anders auf, heben sich aus der Menge ab, werden wahrgenommen. Sie wirken ganz anders auf den Betrachter und auf den Augen des Zuschauers bildet sich ein Glanz.



Wir kennen auch Kleiderwechsel. Vielleicht nicht ganz so weitgehend in der Konsequenz, aber doch so, dass wir deren Wirkung wahrnehmen: Mit dem Wechsel der Kleidung verändert sich auch etwas in uns. Wenn man von der Arbeit nach Hause kommt zieht man sich etwas Bequemes an. Der, der den ganzen Tag Schlips und Kragen tragen musste, gibt sich jetzt gerne etwas legerer. Und der, der sich die Hände und die Kleidung bei der Arbeit schmutzig gemacht hat, ist dankbar sich unter der Dusche reinigen und saubere Kleidung anzulegen zu können. Er fühlt sich wie neugeboren.



Während des Karnevals erproben viele Menschen mittels Kleider eine ganz andere Identität. Da wird aus der Bankangestellten, eine Dame aus dem Hochadel oder aus dem Abteilungsleiter ein Matrose. Der Maurer wird zu Robin Hood und die Verkäuferin zu Lady Marian. Kleider machen Leute. Menschen probieren eine andere Identität aus. Menschen haben Phantasien, wie Leben auch sein könnte und gehen dem eine zeitlang nach. Manchmal begegnen sie da inneren Wünschen und Sehnsüchten. Wie Leben eben auch sein könnte.



2.Taufe – Begegnung mit Jesus



Der Bibeltext, der der heutigen Predigt zugrunde liegt, führt uns zur Taufe. In der Zeit der frühen Christen, werden es überwiegend erwachsene Menschen gewesen sein, die sich taufen ließen. Sie hatten das Evangelium von Jesus Christus gehört und waren von ihm angetan. So angetan, dass sie sich sagten: Dieser Glaube der Christen, ist der Glaube, mit dem auch wir unser Leben gestalten wollen. Die Inhalte, die Christen vertreten, überzeugen uns. Und dieser Gott, wie wir ihn hier erfahren, spricht uns an, hat mit uns persönlich zu tun. Zu ihm wollen wir gehören.

Sie gingen zur Taufe. Dort legten sie ihre alten Kleider ab und bekamen neue Kleider. Mit dem Eintauchen in das Wasser starb der alte Mensch und mit dem Auftauchen aus dem Wasser entstand ein neuer Mensch. So wurde den Christen verkündigt, daß sie nach der Taufe Anteil bekämen am Sterben und am Auferstehen Christi.



Auf dieses Geschehen hin werden sie jetzt angesprochen: Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit. (Vv 22-24)



Der Schreiber des Briefes erinnert die Gemeinde in Ephesus daran, wie sie früher gelebt haben, als sie noch nicht zu Christus gehörten und wie sie nun leben sollen, wo sie sich zu Gott in der Taufe bekannt haben. Damals ließen sie sich von trügerischen Begierden leiten, nahmen es mit der Wahrheit nicht so ernst, auch das Eigentum des anderen sah verlockend aus und wurde sich in einem unbeobachteten Augenblick angeeignet. Es wurde viel dummes Zeug geredet und manche Worte waren so spitz und konnten verletzen wie die Pfeile eines Bogenschützen.



Man sollte meinen mit der Taufe, sei dieses nun alles vorbei. Man sollte meinen, der alte Mensch sei in der Taufe untergegangen. Und auf diese genannten Verhaltensweisen könne man aus ausreichender Distanz als einst geschehen, nun aber nicht mehr von Belang, zurücksehen. Wie man zurücksieht auf ein Stück abgeschlossener Lebensgeschichte. Interessant oder auch schmerzlich zu erinnern, aber aktuell nicht von Bedeutung.



Vielleicht erinnern Sie sich an Altes, was früher mal wichtig war, von dem Sie aber Abstand genommen haben. Und doch haben Sie auch gemerkt, wie man manches Alte nicht los wird. Manch einer liebgewonnenen Gewohnheit, mit der man schon längst hätte brechen wollen, geht man immer noch nach.



Aber diese Erfahrung steht nicht allein. Vielleicht erinnern Sie sich, dass Sie auch an neue Kleider, neues Verhalten, das Sie ausprobiert haben. Und das hat mit Gott zu tun. Für die Christen in Ephesus war diese Begegnung mit Gott in der Taufe, sehr deutlich in Erinnerung. Sie erinnern sich vielleicht Ihrer Taufe, aber die meisten von Ihnen werden sie als Säugling erlebt haben. So steht sie einer wachen Erinnerung nicht mehr zur Verfügung. Aber unabhängig von unserem Erinnerungsvermögen gilt uns die Zusage Gottes in der Taufe.



Vielleicht gab es in Ihrem Leben die Begegnung mit Gott auch an anderen Stellen. Mag sein, dass es nicht die eine große Begegnung war, sondern viele einzelne Momente der Gottesnähe, die sich zu Erfahrungen verdichteten. Vielleicht erinnern Sie sich auch an Situationen in ihrem Leben, wo Sie Gottes Nähe besonders gespürt haben – wie damals die ersten Christen bei ihrer Taufe. Ein Moment, wo sie seine Stimme so unüberhörbar vernahmen. Eine Predigt oder eine Andacht, die in ihrem Herzen ankam. Wo sie merkten, wie die Worte gerade für sie gesprochen waren. Worte, in denen Sie Gott geradezu unmittelbar zu sich sprechen hörten. Worte, die nach einer Antwort verlangten. Worte, die auf Zustimmung ausgelegt waren. Worte, die das Herz erwärmten, den Geist klärten und die Seele erhoben.



Vielleicht war es eine Krisenzeit in der Sie Gottes Nähe in besonderer Weise gespürt haben. Die Zeit einer Erkrankung. Die langandauernde Suche nach einer zutreffenden Diagnose. Und dann die sich über Wochen hinziehende Therapie. Viel Kraft, viel Geduld, manche Schmerzen und viele Zweifel hat diese Zeit gekostet. Doch dann machten Sie die Erfahrung von Gott begleitet, gehalten und getröstet zu sein. Da war eine Hand, die hielt, ein Arm der Geborgenheit gab, ein Blick der Zutrauen schenkte, eine Stimme die Vertrauen zusprach. Da war Gott.



Und vielleicht haben Sie dann seit langer Zeit wieder einmal die Bibel zur Hand genommen. Beim Blättern sind Sie auf ihren Konfirmationsspruch gestoßen. Das war ja die Stunde, wo sie einst Ja zu Gott gesagt hatten. Damals hatten Sie es ernst gemeint. Doch mit der Zeit, war der Glaube in den Hintergrund getreten. Jetzt wollten Sie mit Gott neu anfangen. Ein bekannter Psalm wurde gelesen. Seit langer Zeit wieder einmal ein Gebet gesprochen. Noch ganz ungeübt. Vielleicht haben Sie gedacht: Wie gut, dass keiner mein Gestammel hört. Aber dieses Gestammel war ehrlich. Und das war und ist wichtig und einer hat es gehört, der Vater im Himmel. Und allein das war und ist wichtig.



Kursänderungen im Leben – Kleiderwechsel – die Mitglieder der Gemeinde in Ephesus haben das bei ihrer Taufe erlebt. Für viele von uns war es vielleicht die Konfirmation, oder ein anderer Moment in unserem Leben, wo uns die Sache mit Gott sehr wichtig wurde und wir mit ihm neu anfangen wollten: Alte Kleider ablegen und neue anlegen. Da haben Sie sich gesagt: Jetzt mit Gott soll alles anders werden.



Doch schon bald haben Sie mit Abklang der ersten Begeisterung gemerkt – da ist immer noch viel Altes an mir. So manche alte Lumpen, von denen ich meinte sie längst schon abgelegt zu haben, hängen immer noch an mir. Unser Predigttext nennt sie etwa: Bitterkeit, Grimm, Zorn, Geschrei, Lästerung, Bosheit.



Mag sein, dass ihre alten Lumpen ganz andere Namen, ganz andere Formen und Farben haben. Doch Sie kennen sie: keine Zeit haben, unter Sachzwängen leiden, in die Erwartung von Menschen eingespannt zu sein, die eigene innere Stimme überhören, dann aber auch den anderen ganz aus dem Blick zu verlieren in Sorge um sich selbst,…





3. Wir sind im Werden nicht im Sein



Wie kommt das? Wie kommt das, dass nicht mit einem Mal alles anders ist und wir die alten Verhaltensweisen, wie alte Kleider ablegen und ein neues Leben führen können mit neuen Kleidern, wie sie Gott gefallen und unserem Leben Orientierung und Sinn geben. Martin Luther sagt: Wir sind zugleich Gerechte und zugleich Sünder. Und er meint damit: Im Blick auf Jesus und das, was er für uns getan hat, ist unser Leben ganz in Ordnung. Wenn Gott uns durch Jesus ansieht, dann stehen wir vor ihm ohne Makel. Und das wird uns in der Taufe zugesagt. Aber im Blick auf unser Leben entdecken wir da immer auch noch Schuld, tragen wir immer noch alte Kleider, fallen wir immer wieder in Verhaltensweisen zurück, die wir längst von uns abgelegt zu haben meinten. Wir leben noch in dieser Welt, wo wir schuldig werden, Fehler auf uns laden und Irrwegen nicht enthoben sind. Für das Leben eines Christen formuliert Luther einmal:

„Wer angefangen hat, ein Christ zu sein, der muss eingedenk sein, dass er noch kein Christ ist. Denn ein Christ ist im Werden, nicht im Gewordensein.“



Glauben heißt auf dem Weg sein – nicht am Ziel angekommen sein. Glauben ist Werden und nicht Sein.



4.Den alten Menschen ablegen – den neuen Menschen anziehen



Der alte Mensch richtet sich zugrunde, der neue ist von Gott geschaffen in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.



Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, werden wir erkennen, wo Verhaltensweisen des alten Menschen uns nicht aufbauen, sondern tendenziell nach unten ziehen, während die Verhaltensweisen des neuen Menschen uns helfen, das Haupt zu erheben.



Nun wird uns aber eine Vielzahl verschiedener Kleider angeboten: die Wahrheit reden, die Sonne nicht über dem Zorn untergehen lassen, einer geordneten Arbeit nachgehen, Gutes reden, freundlich sein, einander vergeben…



Das ist ziemlich viel auf einmal. Und wenn man eine solche Aufzählung von Worten hört, mag man noch bei den ersten zustimmen, aber spätestens nach dem dritten Begriff kommt man sich erschlagen vor.

Bleiben wir doch einfach in dem Bild, das uns der Schreiber des Epheserbriefes vorgibt. In dem Bild selbst liegt Hilfe.



5. Der Kleiderschrank



Der Text führt uns in Gedanken vor unseren Kleiderschrank. Üblicherweise zieht man ein Kleidungsstück an, vielleicht ein zweites oder ein drittes. Also – ich wähle mir ein passendes Kleidungsstück aus, wenn ich morgens vor dem Kleiderschrank stehe: Ein Hemd und eine Weste. Freilich eine Hose und wenn ich das Haus verlasse je nach Witterung noch eine Jacke oder einen Mantel. Damit ist der Kleiderschrank nicht „geplündert“. Noch immer hängen dort eine Menge Hemden oder Blusen, Shirts, Pullover, Jacken, Hosen, Röcke.



Aus all dem, was in meinem Kleiderschrank liegt, wähle ich aus. Ich werde kaum zwei Hemden übereinander anziehen oder zwei Pullover. Ich werde mich auch nicht in mehrere Jacken zugleich einzwängen. So verstehe ich die Begriffe, die dem alten und dem neuen Menschen zugeordnet sind, wie Kleider, die in einem Kleiderschrank hängen. Da hängen Kleider, die dem Verhalten des alten Menschen entsprechen, die werde ich ablegen. Sie sind schäbig, abgetragen, teilweise rissig und stehen mir gar nicht mehr. Ich gebe sie am besten gleich zur Altkleidersammlung oder bringe sie zur Lumpenverwertung: Die Lüge und den Zorn, das Stehlen und das „faule“ Geschwätz. Mag sein, dass es darüber hinaus noch andere alte Klamotten gibt, von denen ich mich trennen sollte: Die Angst zu kurz zu kommen, die Hetze, in die ich mich immer wieder bringen lasse, das sich abhängig machen, von der Meinung anderer Menschen, das Übergehen von Pausen, die dringend nötig wären, um bei sich selber und bei Gott wieder mal anzukommen.



Und dann hängen da neue Kleider: die Wahrheit reden, die Sonne nicht über dem Zorn untergehen lassen, einer geordneten Arbeit nachgehen, Gutes reden, freundlich sein, einander vergeben…

Genauso wie ich nicht zwei Hemden und drei Jacken übereinander anziehe, sollte ich mir auch nicht gleich alle neuen Verhaltensweisen auf einmal anziehen. Sondern auswählen. Vielleicht eine oder zwei von den genannten. Es kann aber auch sein, dass mir noch einige andere neue Kleider auffallen, die hier gar nicht genannt sind, die mir aber auch sehr gut stehen würden.



Das Hören auf den Körper: Pausen einlegen, für genug Bewegung sorgen, ihm die nötige Nachtruhe gönnen. Das Achten auf die Gaben, die Gott mir geschenkt hat. Sich einmal Zeit zu nehmen darüber nachzudenken, was ich gut kann, was ich gerne mache und wo andere zur mir sagen: „Mensch, da hast du eine Fähigkeit.“

Im Jahr der Stille – Zeiten der Stille zu suchen: Zeiten, in denen ich auf die Stimme meines Herzen höre; Zeiten, in denen ich auf das Rufen meiner Seele höre; Zeiten, in denen ich auf Gott höre. Stille einzuüben ist eine echte Herausforderung, wenn man gewohnt ist, ständig einer Aufgabe nachzugehen.



Und wieder bin ich am Aufzählen. Vielleicht fallen Ihnen noch ganz andere neue Kleider ein. Mein Tipp: Ziehen Sie nicht alles auf einmal an. Wählen Sie aus. Probieren Sie, wie Sie sich in dem neuen Kleid fühlen. Machen Sie ganz eigene Erfahrungen.



6. Die richtigen Kleidungsstücke



Einen wichtigen Hinweis des Textes möchte ich nicht übergehen. Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. (V 30)



Der Heilige Geist ist im Bild der Einkleidung bleibend unser persönlicher Stilberater. Er macht uns aufmerksam auf Kleider, die wir ablegen sollten. Und er gibt uns einen Impuls für neue Kleider, die uns wirklich gut stehen und einem Leben in der Gemeinschaft mit Gott und in gutem Kontakt zu sich selber entsprechen.



„Kleider machen Leute.“



Ich wünsche Ihnen ganz viele gute Erfahrungen mit den neuen Kleidern, die sie sich angezogen haben. Kleider, die das unterstreichen, was in ihnen steckt. Kleider, die sie frei machen und sicher für eine gute Begegnung mit anderen Menschen, mit Gott und nicht zuletzt mit sich selbst.



Amen.



Verfasser: Wieland Schäfer, Eiershäuser Straße 25, 35713 Eschenburg

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