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Leben aus der Taufe

von Paul-Ulrich Lenz (63679 Schotten-Einartshausen)

Predigtdatum : 22.07.2001
Lesereihe : ohne Zuordnung
Predigttag im Kirchenjahr : 6. Sonntag nach Trinitatis
Textstelle : Jesaja 43,1-7
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Wochenspruch:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)

Psalm: 139,1-16.23-24 (EG 754)

Lesungen

Altes Testament:
Jesaja 43,1-7
Epistel:
Römer 6,3-8 [9-11]
Evangelium:
Matthäus 28,16-20

Liedvorschläge

Eingangslied:
EG 444
Die güldene Sonne
Wochenlied:
EG 200
Ich bin getauft auf deinen Namen
Predigtlied:
EG 66
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude
Schlusslied:
EG 562
Segne und behüte

Ich stelle mir vor, dass der Gottesdienst am 6. Sonntag nach Trinitatis ein Tauferinnerungsgottesdienst ist und vielleicht auch ein Taufgottesdienst. Darum ist die Predigt auf Kinder abgestellt und bietet auch durch die Liedunterbrechungen „Abwechselung“ an. Für den Anfang ist ein großer Magnet und eine große Büchse mit Nägeln nötig.
1 So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! 2 Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. 3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner Statt, 4 weil du in meinen Augen so wertgeachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe. Ich gebe Menschen an deiner Statt und Völker für dein Leben. 5 So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, 6 ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, 7 alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.

Liebe Gemeinde,
was ich hier in der Hand habe, kann man von hinten vielleicht nicht ganz erkennen. Es ist ein Stück Eisen. Es sieht aus wie ein ganz normales Stück Eisen, nur dass es rot und grün angestrichen ist. Es fühlt sich auch an, wie ganz normales Eisen sich anfühlt. Es ist schwer. Aber es ist kein ganz normales Stück Eisen  es ist ein Magnet. Es ist ein starker Magnet. Er übt Kraft aus. Wenn ich mit ihm in die Nähe von anderem Eisen komme oder von anderem Metall, so zieht er es an. Deshalb muss ich auch aufpassen. dass ich nicht unsere ganze Mikrofonanlage auf einmal an diesem Magneten hängen habe...
Ich halte ihn in eine Büchse mit Nägeln hinein. Was wird geschehen? Aus einem Haufen von Nägeln holt der Magnet sich seine Nägel heraus  sie hängen nun an ihm. Er hat sie an sich gezogen.
Wie ein Magnet ist der Herr Jesus. In der Taufe zieht er Menschen an sich. [Wenn im Gottesdienst auch wirklich getauft worden ist: In der Taufe hat er unsere Täuflinge heute an sich gezogen.] Sie dürfen von diesem Tag an an ihm hängen, so wie die Nägel an diesem Magnet hängen. In der Taufe hat er auch uns einmal an sich gezogen.
Man könnte es so sagen: In der Taufe kommen wir Menschen in das Kraftfeld der Liebe Jesu hinein. Er nimmt uns an, und wir werden nun von seiner Kraft durchströmt. Alles hängt an der Kraft, die von ihm ausgeht. Alles hängt von der Stärke ab. die er auf uns überträgt. Wir haben es eben gehört: ‚Wenn du durch Wasser gehst, sollst du nicht ertrinken, wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen.’ Nichts, aber auch wirklich nichts kann uns geschehen, das uns von diesem Herrn Jesus wegreißen kann. Wie ein starker Magnet seine Nägel festhält, so hält der Herr Jesus die fest, die an ihm hängen. Nichts kann stärker sein als Jesus. Sogar das Feuer, sogar das Wasser nicht - sogar der Tod nicht. Wer an Jesus hängt, der gehört zu dem, der stärker ist als der Tod.
Lied 619: Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Wer in eine Büchse mit Nägeln schaut, der sieht fast immer ein großes Durcheinander. Kein Mensch macht sich die Mühe, Nägel fein säuberlich nebeneinander zu legen. Aber wenn ein Magnet in einen solchen Nagelhaufen getaucht wird, dann hängen diese Nägel nicht nur alle an dem einen Magneten. Sie ordnen sich auch untereinander. Im PhysikUnterricht kann man das sehr schön zeigen. Es sind richtige Linien, die sich da zeichnen lassen.
Wo eine gemeinsame Mitte ist, da bleibt auch das Feld um diese Mitte herum nicht ungeordnet. Was der Magnet mit den Nägeln macht, das ist auch ein Bild für die Gemeinde. Weil Jesus in der Gemeinde die Mitte ist, gibt es Ordnung in der Gemeinde. Da ordnen sich die Menschen um Jesus herum. Da hängt dann auch einer an dem anderen. Die Kraft die von dem Magneten ausgeht, durchströmt den, der an ihm hängt und erreicht durch ihn andere. So ist das mit der Gemeinde: die Kraft, die von Jesus als der Mitte der Gemeinde ausgeht, durchströmt uns und will durch uns andere erreichen. Die Gemeinde ist kein Feld, dass wir ordnen könnten, wie es uns gerade passt oder in den Sinn kommt. Sie wird geordnet von Jesus her.
In unserem prophetischen Wort heißt es: von Osten und Westen von Norden und Süden werden sie kommen. Gott zieht durch sein Volk und an sein Volk auch die heran, die noch weit weg sind: Er will alle erreichen, damit alle wirklich bei ihm sind.
Lied 635: Jeder Teil dieser Erde
Nägel haben keine Namen. Ich habe jedenfalls noch keinen getroffen, der seine Nägel „Hans“ oder „Konrad“ oder „Anna“ gerufen hat. Nägel werden manchmal auch krumm gehauen. Dann kann man mit ihnen nicht mehr viel anfangen. Krumme Nägel kommen zum Abfall  bestenfalls zum Alteisen.
Wir aber, wir haben einen Namen. Wir haben einen Namen, den uns Vater und Mutter gegeben haben, den Menschen kennen. Wir haben einen Namen, der in manchen Listen steht, Klassenlisten, Vereinslisten usw. All diese großen Namenslisten werden eines Tages einmal aussortiert. Sie sind dann überholt.
Aber: wir haben einen Namen, den Gott kennt. Wir haben einen Namen, den Gott ganz tief in sein Gedächtnis geschrieben hat: so tief, dass er nie ausgelöscht werden kann. So tief ist unser Name in das Gedächtnis Gottes eingegraben, dass nicht einmal der Tod uns aus seinem Gedächtnis auslöschen kann.
Woher ich das weiß? so fragt Ihr vielleicht. Jesus hat es selbst gesagt „Freut Euch, dass Eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ Das gilt nicht nur für die Namen großer Leute  das gilt für die Namen von Kindern und kleinen Leuten genauso. Das gilt für jeden, der sich darüber freut, dass Jesus ihn in der Taute an sich gezogen hat und der nun fröhlich mit ihm lebt. Das ist ein ganz großes Versprechen über unserem Leben: Gott vergisst unsere Namen  und damit uns – nicht; auch dann nicht, wenn wir von Menschen vergessen werden mögen.
‚Ich habe dich bei Deinem Namen gerufen  du bist mein.’ So hat unser Predigtwort angefangen. Das ist das ganz persönliche Versprechen Gottes für uns.
Wir haben hier Zettel vorbereitet. auf denen dieses Versprechen Gottes steht, das er uns in unserer Taufe gemacht hat. Auf diesem Zettel ist Platz für unsere Namen. Wir dürfen sie darauf schreiben. (Vielleicht helfen die Erwachsenen den Kindern, die noch nicht schreiben können?!)
Sie dürfen diesen Zettel gerne mit nach Hause nehmen, als Erinnerung an diesen Gottesdienst und an das Versprechen Gottes. Genauso gut können Sie aber auch hier in der Kirche etwas tun: Wer gerne will, der kann seinen Zettel mit diesem Versprechen Gottes hier vorne an die Wand hängen  in die Nähe des Kreuzes. Damit kann ich ausdrücken: So wie Gott mir durch Jesus versprochen hat Du bist mein, nichts kann dich von meiner Liebe trennen, nichts kann dich aus meiner Hand. reißen, so will ich auf dieses Taufversprechen Gottes antworten: Ich will bei dir bleiben! Ich will bei Dir bleiben, mein Heiland Jesus und will dir mein Leben anvertrauen.
Aktion als Predigtabschluss
Zum Abschluss Lied 643: Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten

Verfasser: Pfr. Paul-Ulrich Lenz, Leonhardstr. 20, 61169 Friedberg

Herausgegeben vom

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