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Salz und Licht

von Dietmar Diefenbach (Bad Homburg)

Predigtdatum : 30.07.2023
Lesereihe : V
Predigttag im Kirchenjahr : 8. Sonntag nach Trinitatis
Textstelle : Matthäus 5,13-16
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Wochenspruch: "Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit." (Epheser 5,8b.9)

Psalm: 48,2–3a.9–15

Predigtreihen

Reihe I: Jesaja 2,1-5
Reihe II: Johannes 9,1-7
Reihe III: 1. Korinther 6,9-14(15-18)19-20
Reihe IV: Markus 12,41-44
Reihe V: Matthäus 5,13-16
Reihe VI: Epheser 5,8b-14

Liedvorschläge

Eingangslied: EG 455,1-3 Morgenlicht leuchtet
Wochenlied: EG 557,1-3 Ein Licht geht uns auf
Predigtlied: EG+ 75,1-3 Wo Menschen sich vergessen
Schlusslied: EG 590,1-3 Herr, wir bitten, komm und segne uns

Predigttext: Matthäus 5,13-16

13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Predigt

Ihr seid das Licht der Welt!
Welch ein Zuspruch Jesu an all die vielen Menschen, die sich um ihn versammelt haben! Bei der Bergpredigt, so der Evangelist Matthäus, hätte Jesus diesen Satz gesprochen: Ihr seid das Licht der Welt!

Jesus war bekannt geworden. Viele wollten ihn hören. Man strömte zusammen, irgendwo im Norden Galiläas, auf einem Hügel. Man lagerte sich um Jesus her und Jesus begann seine große Predigt mit den Seligpreisungen: Selig sind, die … . Selig sind die da geistlich arm sind - Selig sind die Sanftmütigen - Selig sind die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit - Selig sind die Friedfertigen, denn sie sollen Gottes Kinder heißen. - Wir haben die Seligpreisungen anstelle des Psalms am Anfang des Gottesdienstes gebetet.

Jesus beginnt seine große Predigt mit einer geballten Ladung an Zuspruch! Ihr seid die Menschen, die sich selig schätzen dürfen. Ihr seid Gottes Kinder. Ihr seid die Menschen, die Licht ins Dunkel bringen, anderen das Leben wieder hell machen, Hilfe und Beistand leisten, wenn jemand sich im Gestrüpp seines Lebens verloren und verheddert hat, nicht mehr ein noch aus weiß.

Ihr seid das Licht der Welt! - Dieser Zuspruch verändert. Jesus beschreibt die Wirklichkeit und zugleich lassen seine Worte uns diese Wirklichkeit bewusstwerden und stark werden.

Ihr seid das Licht der Welt! - So ist das. Und in dem Moment, in dem das ins kollektive Bewusstsein tritt, gewinnt es an Wirkmächtigkeit, an Bedeutung und an Ausstrahlung. Und dieser Zuspruch verändert das Gesicht der Welt.

Ihr seid das Licht der Welt! - So ist das. Und: Das gilt auch für jede und jeden einzelnen von uns. Vermutlich ist es uns wie den Menschen damals, zurzeit Jesu, gar nicht bewusst, dass es so ist. Aber es ist so: Wir sind das Licht der Welt. Und: Wir werden anderen zum Licht der Welt. Das ist wichtig, wohltuend, heilsam: für die Welt, für andere und für uns.

Ihr seid das Licht der Welt! - Hätten Sie eine Idee, wo und wie Sie anderen zum Licht der Welt geworden sind? - Können Sie ohne nachzudenken sagen: Ja, ich bin Licht der Welt, ich habe da meinem Nachbarn, meiner Bekannten Folgendes getan, gesagt und wurde ihr zum Licht der Welt? - Falls ja, dann bitte merken, festhalten und sich einprägen!

Und alle anderen, die spontan keine Idee haben, wo sie anderen zum Licht der Welt geworden sind, bitte ich darüber nachzudenken. Wo und wie wurde jemand Ihnen zum Licht der Welt? - In welcher Situation der Finsternis, des Strauchelns, des Herumirrens war Ihnen jemand Licht? - Was hat diese Person gesagt oder getan, was die Sonne des Lebens in Ihrem Leben wieder aufgehen ließ?

In einem Moment der Stille bitte ich Sie Ihre Gedanken laufen zu lassen: Wo und wie wurde jemand Ihnen zum Licht der Welt?

Stille

Und jetzt bitte ich Sie, sich in Dreier-Grüppchen zusammen zu setzen. Drehen Sie Ihre Stühle etwas zueinander, oder stehen Sie auf und setzen Sie sich zu anderen dazu und erzählen Sie einander in einer Murmelphase: Wo und wie wurde Ihnen jemand zum Licht der Welt? oder "Wo und wie wurden Sie jemandem zum Licht der Welt?

Murmelphase

Und jetzt würde ich mich sehr freuen, wenn einige von uns sich trauen, Ihr Erlebnis zu teilen und allen laut zu erzählen: Wo und wie wurde Ihnen jemand zum Licht der Welt?

Erzählphase
(Sich drei Beispiele einprägen um sie aufgreifen zu können, eventuell Stichwort notieren)

Menschen werden einander zum Licht der Welt, indem (drei Beispiele aufgreifen). So gelingt Leben. Und wir alle tun das, mal mehr mal weniger, mal besser mal schlechter, aber so ist es. Und das darf und muss auch mal laut gesagt werden. Wir sind das Licht der Welt.

Wir sind das Licht der Welt. - Nicht weil wir uns für etwas Besseres halten, nicht weil wir uns zu einer Schar Auserwählter zählen, sondern schlicht und einfach, weil wir Jesus nachfolgen. Weil wir auf Gott hören, bei Gott Geborgenheit suchen und finden, weil wir Leid, tragen, weil wir sanftmütig und barmherzig und friedfertig sind, weil wir um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, weil wir Gottes Kinder sind.

Ihr seid das Licht der Welt und Ihr seid das Salz der Erde.

Das heute alltägliche Salz ist im Grunde kostbarer als Gold und Edelsteine. – Ohne Gold und Edelsteine können wir Menschen gut leben; nicht jedoch ohne Salz. – Ohne einen gewissen Salzgehalt im Körper stirbt der Mensch.

Das Nötigste im Leben des Menschen sind: Wasser, Feuer, Eisen und Salz, kräftiger Weizen, Milch und Honig, Blut der Trauben, Öl und Kleidung. heißt es schon im alttestamentlichen Buch Sir 39:26.

Daher war das Salz in der Antike auch sehr kostbar. Wichtige Handelsstraßen heißen „Salzstraßen“. An ihnen lagen bedeutende Städte in früheren Zeiten.

So kostbar und lebensnotwendig wie Salz sind Menschen, die als Kinder Gottes leben. Und das nicht nur für sich im stillen Kämmerlein, sondern offen und einladend. Sie sind transparent für das Göttliche im Irdischen, geben dem Leben Tiefe und Weite.

So ist heute nichts anders zu tun, als dass wir uns Jesu Worte gesagt sein lassen. Jesus ruft uns zu:

Ihr seid das Salz der Erde.

Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

Ihr seid das Licht der Welt.

Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.

Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.

So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Verfasser: Pfarrer Dietmar Diefenbach


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