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Ausstellungen und Kunstgottesdienste

Kirche als Kunstraum

Um eine Ausstellung durchzuführen, müssen viele Einzelheiten geplant werden. Nicht nur, wo hänge oder stelle ich was hin, sondern auch Leihverträge, eventuelle Honorare, Versicherungen, Transport und so weiter. Wir stellen Ihnen eine Übersicht zur Organisation  zum Download zur Verfügung.

Nutzungen von Kunstwerken und Ankäufe sollten vertraglich geregelt werden. Manche Fragen bereiten später einiges Kopfzerbrechen, wenn sie nicht von Anfang an geklärt werden, zum Beispiel die Abbildungsrechte für Ihr neues Glasfenster. Musterverträge finden Sie in unserem Downloadbereich.

Gerne vermitteln wir Ihnen Künstler oder aktuelle Ausstellungen für ein Projekt in Ihrer Gemeinde. Ein Beispiel für eine sehr erfolgreiche Wanderausstellungfinden Sie unter http://www.kunst-trotzt-demenz.de/.

Videoinstallation „Die Leiden des jungen J.“Videoinstallation „Die Leiden des jungen J.“Videoinstallation „Die Leiden des jungen J.“
© Ralf Kopp, Ausstellung von Video-, Objekt- und Fotoarbeiten in der Ev. Michaelskirche, Darmstadt, April 2010. Bild: Videoinstallation „Die Leiden des jungen J.“

Kunstgottesdienste

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und manchmal bricht es mit unseren gewohnten Sichtweisen und Gedanken. Kunstwerke können im Rahmen von Gottesdiensten neue Kommunikationwege eröffnen und andere Dimensionen von Glauben ansprechen. Bildpredigten sind umso reizvoller, je deutlicher sie die Fremdheit des Bildes zulassen. Die Auslegung des Bildes und die Exegese eines Textes bilden einen Spannungsbogen. Oft entspricht er der Spannung zwischen Lebenserfahrung und biblischem Zeugnis. Dazwischen zu vermitteln, Position zu beziehen, gegenüber zu stellen, Verbindendes zu entdecken, das ist die Aufgabe des Predigens mit Bildern. 

Beispiel für eine Bildpredigt

Das Beispiel für eine Bildpredigt stammt aus einer Sammlung von 22 Kunstgottesdiensten in unserem Materialbuch Nr. 112 „wechselnde Blicke“ (hrsg. von Markus Zink). Das Buch können Sie im Onlineshop bestellen.

Corinna MayerCorinna MayerCorinna Mayer
© Corinna Mayer, "Tischgesellschaft", 170 x 140 cm, Öl auf Nessel, 2007

Kunst trotz(t) Demenz

Kunst regt zu Anteilnahme und Gespräch an. Die Wanderausstellung "Kunst trotz(t) Demenz" ist von hohem Niveau und ein gemeinsames Projekt der „Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau“mit „DiaDem-Hilfe für Demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen“. Konzipiert wurde sie vom Kurator Andreas Pitz. Die beeindruckenden Bilder und Objekte wurden zum Teil von demenz-kranken KünstlerInnen geschaffen. Sie können diese Ausstellung in Ihre Gemeinde holen. 

Die Ausstellung "Kunst trotz(t) Demenz" war zeitlich begrenzt und wurde Ende 2015 eingestellt. Lesen Sie rückblickend die folgende Einführung von Präses Dr. Ulrich Oelschläger.

Eröffnungsrede zu "Kunst trotz(t) Demenz"

Aus der Eröffnung zur Ausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“

Kunst ist als Ausdrucksmittel mehr als nur Ersatz für andere Ausdrucksmittel, die versagen.

Franz Kafka hat in seiner bekannten Erzählung „Die Verwandlung“ im Bild die wachsende totale Isolation des Protagonisten Gregor durch seine Verwandlung in ein Ungeziefer dargestellt. […] Dreimal versucht Gregor aus seinem Gefängnis auszubrechen und sein Zimmer zu verlassen. Beim dritten Mal ist es das Musizieren der Schwester, das ihn aus seinem Gefängnis lockt. […] die Liebe zur Kunst wird zum Kriterium dafür, dass die Verwandlung nicht zum Verlust der menschlichen Identität geführt hat. Kafka bezeichnet sie als die unbekannte Nahrung, die Gregor gesucht hat. Kunst als Ausdrucksform des Humanen, das ist die Botschaft, die ich dieser Text-stelle aus der modernen Literatur entnehme.

Es ist wichtig für den Menschen, sich auszudrücken, seine Welterfahrung zu formulieren oder zu formen. So ist Kunst ein wichtiger Zugang zur Wirklichkeit, ein ganzheitlicher Zugang, und die-ser ästhetische Zugang hat neben dem wissenschaftlich-analytischen ähnlich wie der religiöse auch sein Recht. […] So schafft die Kunst Beziehung zum Du, lässt Isolation gar nicht erst auf-kommen, appelliert und wird wahrgenommen. 

Oppenheim 31. Oktober 2010 

Dr. Ulrich Oelschläger
Präses der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Emma KelingEmma KelingEmma Keling
© Emma Keling 2005
Christian ZimmermannChristian ZimmermannChristian Zimmermann
© Christian Zimmermann, 2008, Acryl auf Leinwand, 62x53 cm (demenzkrank)