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Simon - the lonely stranger

Ein Projekt des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Hessen

Im September 2008 und im Frühjahr 2009 gingen wir mit dem Musical "Simon - the lonely stranger" auf Tour. Im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in München fanden zwei Aufführungen des Musicals statt.

Das Projekt wurde unterstützt von:

Diakonisches Werk in Hessen

Ökumenischer Kirchentag in München

EKHN - Kulturstiftung

Ernst Zur Nieden Stiftung

Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

Aktion Mensch - die Gesellschafter.de

Stiftung proMissio

Evangelische Erwachsenenbildung

Firma Pado

Schlussbild mitwirkender Ensembles Schlussbild mitwirkender Ensembles Schlussbild mitwirkender Ensembles
© Birke Schmidt
Gebärdenchor AusschnittGebärdenchor AusschnittGebärdenchor Ausschnitt
© Birke Schmidt

Ein Musical für Hörende und Gehörlose

Unter der Schirmherrschaft der damaligen Pröpstin Rhein-Main Pfarrerin i.R. Gabriele Scherle wurde das Musical 2008 aufgeführt. Ein Sinfonieorchester, eine Rockband, ein Gospelchor, ein Gebärdenchor, Solisten, eine Theatergruppe und vier Gebärdendolmetscher ergaben zusammen die Musicalproduktion „Simon - the lonely stranger".

Über 80 Beteiligte vor und auf der Bühne – Hörende und Gehörlose – Profis und Laien gingen gemeinsam auf Tour und präsentierten ein Musical, das seine Musik und Texte auch für Gehörlose erfahrbar machte.

Die Story

Es sind die letzten Tage vor dem Passah-Fest in Jerusalem. Viele Menschen, unter ihnen auch Maria, Rebekka und Rachel, sind nach Jerusalem gekommen.

Während sich die Pilger von der Schönheit des Tempels und der Stadt gefangen nehmen lassen, sind die Frauen in einer gefährlichen Mission unterwegs. Jesus will unbedingt nach Jerusalem kommen und dort das Passahfest feiern. Die drei Frauen sollten dafür alles organisieren. Nun warten sie auf ihre Freunde und natürlich auf Jesus. Für Jesus als Feind der Römer ist dies nicht nur ein sehr gefährliches Vorhaben sondern es könnte auch tödlich enden.

Im Tempel treffen die drei Frauen auf Simon, ein ausländischer Jude, der als Händler im Tempel vom Geschäft seines Lebens träumt. Ihn stört es nicht ob er mit Juden oder deren Unterdrückern Geschäfte machen kann. Hauptsache das Geld fließt. Dennoch berührt ihn mit welchem Einsatz die Frauen sich für diesen Jesus einsetzen. So wird er Zeuge einer Geschichte voller Emotionen, Leid und Tod. Doch mit dem Tod ist nicht alles vorbei.

Theologisch zeigt dieses Musical „zunächst mal für jeden von uns, nicht nur für die Menschen die nicht hören können, dass wir mit Jesus gemeinsam Grenzen überschreiten und miteinander in Kontakt, ins Gespräch kommen können“ (Pfrin. Dr. Annette Mehlhorn in der Hessenschau vom 6. April 2007).

Das Besondere

Dieses Musical ist auch für Gehörlose geeignet. Dies wird erreicht, indem auf der Bühne die gleiche Geschichte auf zwei Arten erzählt wird: Für die Hörenden in Lautsprache und parallel für die Gehörlosen in Gebärdensprache. 

In der Umsetzung heißt dies konkret, dass jede Schauspielrolle von zwei Personen dargestellt wird. Einer die spricht und einer die gebärdet. Beide Spielerinnen gehen auf der Bühne identische Wege, nehmen gleiche Körperhaltungen ein und haben dieselben Kostüme an. Beide Fassungen werden somit zur gleichen Zeit auf der Bühne gespielt. Entsprechendes gilt für die solistisch gesungenen und für die chorischen Parts. Auch die Musik wird in Gebärdensprache übersetzt.

Durch diese Kombination entsteht für die Zuschauer ein reizvolles Spannungsfeld auf der Bühne aber auch untereinander in den Zuschauerreihen. Denn auch hier kommt es zu Begegnungen von gehörlosen und hörenden Menschen.

 Pressestimmen

So einmalig wie das Musical war auch die Zusammensetzung des Publikums, das sich vor Beginn auf ganz verschiedene Arten angeregt unterhielt, teilweise ohne dass man dabei einen Ton gehört hätte. Denn so wie das Musical von und für Hörende und Gehörlose geschrieben wurde, kommunizierte auch das Publikum mit Laut- beziehungsweise Gebärdensprache. (Main-Taunus Kurier)

Unterstützt wird die Ostergeschichte von der Kreuzigung bis zur Auferstehung Jesu in dem christlichen Musical von hinreißenden, lebendigen, rockigen und orchestralen Songs in Englisch, während die Schauspieler den Plot in Deutsch erzählen und dabei gleichzeitig den Text in die Gebärdensprache übersetzen. …Die Frage, wer hörend oder gehörlos ist, spielte dabei im Verlauf des Musicals immer weniger eine Rolle. (Wiesbadener Kurier)

Die Intention der Veranstalter, Grenzen zu überwinden, seien es nun Grenzen zwischen Hörenden und Gehörlosen, oder die Grenzen zwischen Überbringung von christlichen Inhalten an (bewusst ausgewählten) "weltlichen" Orten, ist sicherlich mit dieser professionellen, eindrucksvollen Produktion gelungen.  (Wiesbadener Tagblatt)

Kommentare aus „Sehen statt Hören“ Bayrisches Fernsehen:

 „Es war auch für Hörende interessant, Gehörlose auf der Bühne mit der Gebärdensprache zu erleben“.

„Ich fand es toll, dass sich der Gebärdenchor und der Chor, der gesungen hat, gemischt haben und man nicht den Eindruck hatte, der Gebärdenchor stand am Rand“.

„Ich finde es toll, dass mit so einem Projekt auch Gehörlose die Chance haben, einmal ein Musical zu erleben“.

„Hier in Deutschland ist diese Art der Integration noch nicht sehr verbreitet. Man muss Hörende noch besser aufklären“.

Ensemble

  • Gebärdenchor: Aus der Schule am Sommerhofpark und Interessierte
  • Gospelchor: Getogether (Bensheim)
  • Theater: "traumfänger" (Wiesbaden)
  • Gebärdensprachdolmetscher
    • Christiane Trojahn (Mainz)
    • Katrin Fiebig (Bad Nauheim/ Kaiserslautern)
    • Sabine Voss (Frankfurt)
    • Stefan Richter (Frankfurt)
  • Orchester:  Academy Orchestra St. Petersburg
  • Band:  Move (Frankfurt)
  • Komponist:  Lasse Heikkilä (Finnland)
  • Musikalische Leitung: Burkhard Jungcurt (ehemals Zentrum Verkündigung, Frankfurt)
  • Gebärdenchor Leitung: Alexandra Ziegler (München)
  • Regie: Uwe Hausy
Szenen während der AufführungSzenen während der AufführungSzenen während der Aufführung
© Birke Schmidt
Szenen während der AufführungSzenen während der AufführungSzenen während der Aufführung
© Birke Schmidt
Szenen während der AufführungSzenen während der AufführungSzenen während der Aufführung
© Birke Schmidt
Szenen der AufführungSzenen der AufführungSzenen der Aufführung
© Birke Schmidt
Szenen der AufführungSzenen der AufführungSzenen der Aufführung
© Birke Schmidt

Informationen zum Komponisten, Regie und Musikalischer Leitung

Lasse Heikkilä studierte 1995 an der Sibelius Akademie "Master of Music" in der Fachrichtung Komposition und Musiktheorie. Bislang arbeitete er u. a. als Komponist, Dirigent, Texter und Schriftsteller. Er veröffentlichte mehr als 300 Lieder und Notenwerke. Seine Produktionen und Konzerte finden nicht nur in den nordischen Ländern statt, sondern auch in Deutschland, Holland, Rumänien, Japan und Australien. Im Jahre 2000 erhielt er den Golden Gospel Award, 2003 den Kompositionspreis des Kulturfestivals in Pjöngjang (Nordkorea).

Burkhard Jungcurt absolvierte seine Ausbildung zum Kirchenmusiker an der Kirchenmusikschule in Herford. Als Kantor war er in Bielefeld, Berlin und Pforzheim tätig. Seit 1992 war er Referent für Popularmusik im Amt für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und im Zentrum Verkündigung. 2005 übernahm er die Stelle als Beauftragter für Rundfunkarbeit bei der EKHN. Er leitete den Chor zur Zeit der Aufführung 2008/2009. Mittlerweile ist er im Ruhestand.

Uwe Hausy ist ausgebildeter Theaterpädagoge und leitet seit 1997 das von ihm gegründete Theater “traumfänger”. Nach dem Magisterstudium der Pädagogik arbeitete er als Regisseur, Lehrbeauftragter und Gemeindepädagoge. Seit 2001 Referent für Spiel und Theater im Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er führte u. a. Regie bei Gods Bell, Linie1, König Midas (Kindermusical) und dem König David Bericht.

Alexandra Ziegler, geb. 1974, ist freie Musikpädagogin M.A., Spiel- und Theaterpädagogin BuT, Autorin und Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache. Sie unterrichtet Musikalische Früherziehung an verschiedenen Münchener Einrichtungen. Ihr persönlicher Schwerpunkt liegt auf der musikalischen Arbeit mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Auf diesem Gebiet ist sie eine gefragte Referentin in der Erzieherinnenfortbildung im deutschsprachigen Raum. Preisträgerin des Innovationspreises 2001 des Kirchenkreises Nürnberg.

Alexandra ZieglerAlexandra ZieglerAlexandra Ziegler
© Birke Schmidt
Szenen der AufführungSzenen der AufführungSzenen der Aufführung
© Birke Schmidt

Mitwirkende Ensembles

Orchester

Das Academy Orchestra St. Petersburg wurde 1990 von Absolventen des St. Petersburger „Rimsky-Korsakoff“- Staatskonservatoriums gegründet. Das Orchester demonstriert eindrucksvoll die unerschöpfliche Vielfalt an musikalischen Talenten, sowie den hohen Ausbildungsstandard seines Heimatlandes. Sein außergewöhnlich breit gefächertes Repertoire, das von Barock bis zur zeitgenössischen Musik reicht, hat es zu einem der gefragtesten Kammerorchester Europas gemacht.

Band

Die Band MOVE hat sich 2000 mit jungen Berufsmusikern der Region um den Pop-Referenten der EKHN, Burkhard Jungcurt, gegründet.  Sie wirkte bei allen Veranstaltungen (Projekte, Workshops, Konzerte und Rundfunk- und Fernseh-Gottesdienste) von Burkhard Jungcurt mit.

Getogether besteht seit 1992. Musikalisch reicht die musikalische Bandbreite von traditionellen Spirituells bis moderne Gospel im Pop/Rock-Stil. Neben drei bis vier Konzerten im Jahr beteiligte sich Getogether auch an der Gestaltung von Gottesdiensten bei verschiedenen Gemeinden im Raum Bergstrasse. Konzertreisen führten den Chor nach Erfurt und Finnland.

Das Theater "traumfänger" besteht seit 1998. Als reines Tourneetheater entwickeln die "traumfänger" spezielle Angebote für Anfragen aus dem kirchlichen Raum. Das Spektrum reicht dabei vom Volkstheater über Kunstaktionen bis zur Performance. Auftrittsorte sind neben Kirchengemeinden auch kirchliche Großevents wie die Jugendkirchentage der Ev. Kirche in Hessen und Nassau und Kirchentage. Ihre entwickelten Stücke werden regelmäßig veröffentlicht.

Gebärdenchor

Für dieses Projekt gingen wir einen besonderen Weg. Der Gebärdenchor ist ein Projektchor aus Nichthörenden und Hörenden. Interessierte, die Lust haben in solch einem Projekt selbst einmal mit der Gebärdensprache umzugehen oder die als Nichthörende einmal bei einem kulturellen Projekt selbst auf der Bühne stehen wollen können sich hier beteiligen.

Kooperationspartner - finanzielle Unterstützer und Sponsoren

Diese Projekt wäre ohne die Kooperation mit dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, der Stadt Hofheim, der Kulturfabrik in Koblenz, der Stadt Gießen und der Ev. Stadtkirchenarbeit in Gießen und der Stadt Bensheim nicht realisierbar gewesen. 

Wir danken zudem für die finanzielle Unterstützung durch die EKHN-Kulturstiftung, die Ernst Zur-Nieden-Stiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Erwachsenenbildung der EKHN, das Zentrum Verkündigung und durch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ohne die wir dieses Projekt nicht hätten auf die Beine stellen können.

Weiterhin danken wir unseren Sponsoren: der Pado GmbH, "selected views" in Bensheim und "Stockfisch" in Leutershausen.